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XII. Die Julircvolution
lichkeit Gottes und er bezeichnet sich als einen Anhänger des König-tums, des moralischen Prinzipes, aber er verurteilt die Staatsreligion,das „Spottgeschöpf, das aus der Buhlschaft der weltlichen und geist-lichen Macht entstanden" ist. Der Glaubenszwang hat zum Glaubens-zwiespalt geführt und dadurch zur Zerreißung Deutschlands in zweifeindliche Lager. Heilung bietet nnr der „Jndifferentismus in reli-giösen Dingen". „Durch Schwächerwerden im Glauben könnte Deutsch-land politisch erstarken. Jetzt kommt es darauf an, die Herrschaft dererzu brechen, die an dieser unnatürlichen Verbindung von Thronund Altar interessiert sind, das ist der Adel und die Geistlichkeit,sie knechten nicht nur das Volk, sondern beherrschen auch dieFürsten, und so ist der Kampf zur Befreiung des Volkes zugleichein Kampf für die Befreiung, die Emanzipation der Könige".
Das ist das politische Programm des Dichters. Es kommthier nicht darauf an, ob es in allen Einzelheiten richtig oderfalsch ist, ob es Praktisch durchführbar oder utopisch war; wichtigerist, daß es von einem hohen Idealismus getragen war und daßes die Ideen des europäischen Liberalismus in wirksamster Formzusammenfaßte. Seit Dantes Tagen hatten die edelsten Geisterähnliche Forderungen aufgestellt. Wenn der Florentiner die Kon-stantinische Schenkung bekämpfte, so geschah es, weil sie die Kircheauf die Bahn weltlichen Ehrgeizes verlockte, weil sie materielleInteressen mit dem rein Geistigen verknüpfte. Für die Befreiung desGlaubens hatte Luther, hatte auch Goethe seine Stimme erhoben:Ich aber bin ein Protestant,will wacker protestieren.
Das Wort „Protestant" war seitdem in dem Preußen Fried-richs des Großen in Acht und Bann getan, es wurde nur nochEvangelisch geduldet. Heine war der Ansicht, daß der große Kampfder Geister zunächst auf politischem Gebiet ausgetragen werdenmüsse. Auch das mag für die damalige Zeit richtig sein, ein Miß-griff aber war es, wenn er als bestes Mittel in diesem Ringenden religiösen Jndifferentismus empfahl. Das ist ein Überbleibselder Ausklärung, die die Religion nach ihrer praktischen Brauch-