Die Stadt Lueca
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stammt aus der „Stadt Lucca": „Da plötzlich keuchte heran einbleicher, bluttriefender Jude mit einer Dornenkrone auf dem Haupteund mit einem großen Holzkreuz auf der Schulter; und er warfdas Kreuz auf den hohen Göttertisch, daß die goldenen Pokalezitterten und die Götter verstummten und erblichen und immerbleicher wurden, bis sie endlich ganz in Nebel zerrannen. Nungab's eine traurige Zeit, und die Welt wurde grau und dunkel.Es gab keine glücklichen Götter mehr, der Olymp wurde ein La-zarett, wo geschundene, gebratene und gespießte Götter langweiligumherschlichen und ihre Wunden verbanden und triste Lieder sangen.Die Religion gewahrte keine Freude mehr, sondern Trost; es wareine trübselige, blutrünstige Delinquentenreligion". Das Heidentumerscheint als die Religion der fröhlichen Sinnenlust, das Christen-tum als die des Schmerzes und der Entsagung. Das ist die An-schauung, die in den nächsten Jahren Heines Weltbild beherrschtund aus der er den Verlans der Weltgeschichte konstruiert. Heidentumund Christentum sind ihm notwendige Entwicklungsstufen, Sinnen-sreude und Weltabkehr seelische Zustände, die sich ergänzen undgegenseitig ablösen müssen. Jede Religion ist achtungswert, solangesie ein freies Bekenntnis zur „Herrlichkeit Gottes" bildet. „Dakam aber ein Volk aus Ägypten, dem Vaterland der Krokodileund des Priestertums, und außer den Hautkrankheiten und dengestohlenen Gold- und Silbergeschirren brachte es auch eine so-genannte positive Religion mit, eine sogenannte Kirche, ein Gerüstevon Dogmen, an die man glauben, und heiliger Zeremonien, dieman feiern mußte, ein Vorbild der späteren Staatsreligionen. Nunentstand ,die Menschenmäkeleih das Proselytenmachen, der Glanbens-zwang und all jene heiligen Greuel, die dem Menschengeschlechteso viel Blut und Tränen gekostet."
Die Juden, das „Urübelvolk", haben die Staatsreligion mitGlanbenszwang und Unduldsamkeit erfunden, und in dieser Ein-richtung verkörpert sich in Heines Augen alles, was bekämpft undvernichtet werden muß. Den Vorwurf, daß er ein Feind der „Religionund des Staates" sei, weist er ausdrücklich zurück; er huldigt der Herr-