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Heinrich Heine
Entstehung
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309
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Verstimmung 309

und er schob es auf dieMachinationen der Zeitungsredakteure",daß nichts davon in die Öffentlichkeit kam. Um so glücklicher warer über jede Stimme, die sich für ihn erhob. Daß es mit seinerPoesieaus" sei, fühlte er deutlich und sprach es unumwundenaus. Seine letzten Schriften verfolgten schon rein politische Zwecke,und da war es um so schmerzlicher, daß ihm die Auseinander-setzung mit Platen gerade als Politiker schwer schadeten. Es wareine Selbsttäuschung, wenn er sich durch ein paar freundlicheWorte persönlicher Bekannter bereden ließ, daß sehr viel freieProtestanten in Norddeutschland enthusiastisch für ihn gestimmtseien und daß er sich unter denevangelischen Leuten" leicht einePartei schaffen könne.

Solche Hoffnungen konnte er sich vorübergehend vorspiegeln,aber vor seinem scharfen Verstände zerrannen sie bald wieder. InWirklichkeit erkannte er seine Lage sehr klar; er sah, daß er ver-einsamt und von allen verlassen war und daß er in Deutschlandherzlich wenig zu erhoffen hatte. Es ist gewiß kein Zufall, daß erseinem nächsten Werke als Motto eine Stelle über Byron aus denBriefen eines Verstorbenen" des Fürsten Pückler vorsetzte:Lachenmuß ich über die Engländer, die diesen ihren zweiten Dichter sojämmerlich spießbürgerlich beurteilen, weil er ihre Pedanterie ver-spottete, sich ihren Krähwinkelsitten nicht fügen, ihren kalten Glanbennicht teilen wollte, ihre Nüchternheit ihm ekelhaft war und er sichüber ihren Hochmut und ihre Heuchelei beklagte. Viele machenschon ein Kreuz, wenn sie nur von ihni sprechen, und selbst dieFrauen, obgleich ihre Wangen von Enthusiasmus glühen, wennsie ihn lesen, nehmen öffentlich heftig Partei gegen den heimlichenLiebling." Heine empfand die Gleichheit des gemeinsamen Schick-sals. Er fühlte sich wieder wie in der Jugend ersten Tagen alsLeidensgenosse Byrons. Hatte er sich nicht auch gegen das Spieß-bürgertum mit seiner Pedanterie, seiner Religion, seiner nüchternenSittlichkeit, seiner Heuchelei und seinem Hochmut aufgebäumt, undwar es ihm nicht genau so ergangen wie dem edeln Lord? Wurdeer nicht wie jener als ein Gottloser verketzert, als unsittlicher Mensch