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XI. Der Kampf gegen Plate«
schaffen macht." Der Feind im eignen Talent war es, der Heinedazu trieb, den Kampf bei der übelsten Gelegenheit aufzunehmenund in der gehässigsten Weise zu führen.
Über dem Skandal, den die „Bäder von Lucca" erregten, ver-gaß man sowohl diese Schrift als die Reise „Von München nachGenua" sachlich zu würdigen. Die Tendenz ließ das Kunstwerknicht aufkommen, und ihr ist es zuzuschreiben, daß die Besprechungenungünstiger ausfielen, als die beiden Arbeiten verdienten. Fast allewarfen dem Dichter seine Selbstgefälligkeit und das Vordrängender eignen Person vor und vermißten in den politischen Aus-führungen die Sachlichkeit. Heine gab seinem jungen Ruhm alspolitischer Schriftsteller und Führer der Liberalen durch den drittenBand der „Reisebilder" einen schweren Stoß, von dem er sich niewieder erholt hat. Selbst einer seiner begeistertsten Verehrer, derjunge Moritz Veit in Berlin, sprach ihm das Recht ab, sich als„guter Soldat im Freiheitskriege der Menschheit" zu gebärden. Auchals Künstler verlor er in der allgemeinen Schätzung. Der Realis-mus seiner Darstellung eilte den Anschauungen der Zeit voraus,die noch nicht begriff, daß der Dichter realistische und selbst niedrigeGestalten schaffen kann, ohne sich selbst zu ihnen zu erniedern.Gerade die Prosaschrift Heines, die die stärksten und hoffnungs-reichsten Zukunftskeime enthielt, erregte bei den Zeitgenossen denheftigsten Anstoß, und ganz abgesehen von der Polemik gegen Platen,dienten die „Bäder von Lucca" im besondern Maße dazu, um denVorwurf der Uusittlichkeit gegen ihren Verfasser zu erheben.