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XI. Der Kampf gegen Platen
habe, denn es galt „kein scherzendes Turnier, sondern einen Ver-nichtungskrieg". Darüber vergaß er freilich sein eignes Wort, daßauch zwischen geistigen Mächten ein Völkerrecht bestehe, das nichtverletzt werden dürfe; jetzt war seine Losung „o'ost la, Zusrrs",und in diesem Kriege hielt er alles für erlaubt. Es handelte sichfür ihn nicht um ein literarisches Geplänkel und deshalb lehnte erden Vergleich mit dem Schiller-Goetheschen Xenienkampf ab, denndieser — so schreibt er an Varnhagen — „war doch nur ein Kar-tosfelkrieg, es war die Kunstperiode, es galt den Schein des Lebens,die Kunst, nicht das Leben selbst — jetzt gilt es die höchsten Inter-essen des Lebens selbst, die Revolution tritt in die Literatur undder Krieg wird ernster. Vielleicht bin ich außer Voß der einzigeRepräsentant dieser Revolution in der Literatur — aber die Er-scheinung war notwendig in jeder Hinsicht."
Heine blieb dabei, daß er nicht mehr als das unbedingt Not-wendige getan habe, selbst als er nachträglich erkannte, daß er sich„durch das Platensche Kapitel unsäglich geschadet" und gerade das„bessre Publikum" verletzt habe. Er gab allenfalls zu, daß er es„toll" gemacht habe, aber er hielt den Kampf selber für unvermeid-lich, er bedauerte nicht, daß er ihn aufgenommen, und weder da-mals noch später hat er sich von seinen Behauptungen losgesagt-Nur über das eine war er klar, daß diese Angriffe nichts mit Kunstzu tun hatten. Er betrachtete sie als eine rein zeitliche Angelegen-heit und war fest entschlossen, „den Grafen aus den Reisebildernherauszuschmeißen". Bedauerlicherweise wurde diese Absicht auchin den spätern Auflagen nicht ausgeführt.
Heine hat den Sieg in dem Kampfe errungen, aber derSieg wurde ihm selber zur Katastrophe. Der Skandal der„Bäder von Lucca" blieb auf ihm sitzen. Nicht mit Unrecht. Alleseine Worte können über das Schmähliche seiner Handlungs-weise nicht hinweghelfen. Selbst seine eifrigsten Anhänger werdensein Vorgehn nicht billigen, sie werden aber auch zugeben, daßes nicht nur eine Folge der Platenschen Herausforderung warund noch weniger eine unglückliche Fügung des Zufalls. Nach