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XI. Der Kampf gegen Plate»
über die unvornehme Rache offen aus, und die Folge war, daßHeine diesem Treuesten der Trenen die Freundschaft mit den Wortenaufkündigte: „Du hast nie mein Leben und mein Streben ver-standen, unsere Freundschaft hat daher nicht aufgehört, sondern nieexistiert." Von Michael Beer erwartete der Dichter als Gegendienstfür seine Anzeige des „Struensee" eine günstige Besprechung, docher lehnte ab, da er eine so derbe Kost ohne Indigestion nicht ver-tragen könne und sich schon bei der Lektüre des Buches Glacehand-schuhe angezogen habe. Selbst die wenigen freundlichen Besprechungenmachten starke Vorbehalte und einer der begeistertsten Heineverehrerriet den Lesern, die letzten Blätter des Buches zu überschlagen.„Du gewinnst nichts durch die Lektüre", heißt es, „und du könntestvielleicht verstimmt werden, und nnsern Heine weniger lieben alser verdient." Nur Varnhagen trat, wie wir gesehen haben, fürden bedrängten Verfasser der „Reisebilder" ein. Es gereicht ihmpersönlich zur Ehre, daß er den Freund nicht verließ, selbst wenner seine Feder für eine schlechte Sache einlegte. Aber es geschahnicht nur aus Freundschaft, sondern Varnhagen wie seine GattinRahel waren ästhetische Naturen. Sie führten einen moralisch ein-wandsfreien Wandel, aber bei ihrer einseitig künstlerischen Orien-tierung nahmen sie an dem sittlich Häßlichen weniger Anstoß alsan dem ästhetisch Häßlichen. Es war für Heine eine geringe Ge-nugtuung, daß kleinere Blätter radikalster Richtung ihm Lob spen-deten und selbst seine „Abirrungen und Extravaganzen" lehrreichund erfreulich fanden. Mit dieser Richtung wollte er nichts zu tunhaben; und es war peinlich und schädlich für ihn, daß diese Kreiseihn für sich in Anspruch nahmen.
Seine innersten Gefühle waren zunächst die des Triumphesund der Genugtuung über die glänzend vollführte Rache. Er warstolz darauf, daß er nicht wie die andern, wie Gans, Beer undRobert christlich geduldet und klug geschwiegen, sondern so scharfals möglich zugeschlagen hatte. „Ich bin ein andrer/und das istgut. Es ist gut, wenn die Schlechten den rechten Mann einmalfinden, der rücksichtslos und schonungslos für sich und für andre Ver-