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Heinrich Heine
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XI, Der Kampf gegen Platcn

und hatten Grund, zu bedauern, daß er trotz seines reinen Ge-wissens die Flecken auf sich sitzen ließ. Als Erklärung kann man nuranführen, daß er in Italien lebte, daß ihn Heines Buch erst langenach dem Erscheinen erreichte und daß der müde Mann an denheimischen Händeln kein Interesse mehr nahm, sondern froh war,fern von Deutschland sein kurzes und freudloses Leben in Ruhezu beschließen. Vielleicht bereute er auch, daß er den ersten Anlaßzu dem gehässigen Streit gegeben. Der giftige Pfeil, den er aufHeine abgeschossen, war auf ihn zurückgeprallt, und nicht an demGegner, sondern an ihm selbst hatte sich sein prophetisches Wortbewährt:

Und anzugreifen einen weit Gewaltigern

ist eine Tat, die sicherlich Verderben bringt.

Insoweit konnte Heine mit dem Ausgang des Kampfes zufrieden sein.In seinem Witz besaß er eine furchtbare Waffe. Was Vahle vonMolisre sagt, könnte auch von ihm gelten:Sein Spott war sobeißend, daß er wie ein Blitzstrahl einschlug. Wenn ein Opfer davongetroffen war, so wagte man sich dem Unglücklichen nicht mehr zunähern. Man floh ihn tnrngunnr cks eoslo tmotunr st ünIZurntuinllominsin, wie einen vom Himmel gezeichneten und zerschmettertenMenschen." Platen war vernichtet. Varnhagen konnte feststellen:Die Hinrichtung ist vollzogen, der Scharfrichter hat sein Amt alsMeister ausgeübt, der Kopf ist herunter! . . . Über Schuld oderUnschuld des Verurteilten wollen wir keine Meinung äußern. . .wie man auch über den Grund der Rache urteilen mag, die Er-findung und Ausführung all dieser Umstände ist meisterhaft. Derganze Hergang dünkt uns, wenn doch einmal von Aristophanesdie Rede sein soll, aristophanischer als alles, was Graf Platen . ..nach solchem Muster zu arbeiten vermocht hat. .. . Dadurch haHerr Heine den Gegner abgetötet, daß er ihn an Kunst, und ge-rade an aristophanischer Kunst, unendlich überboten hat."

Aber durch den vollendeten Gebrauch wird das häßliche Mittelselbst nicht besser. Der Zwist der beiden Dichter erregte ungeheuresAufsehen, es war ein Skandal, wie er in der deutschen Literatur