Bäder von Lncca
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sei und daß sein angemaßter Dichterruhm aus nichts als Prahlereiund Flunkerei bestehe. Selbst des Katholizismus beschuldigt er denGegner, und wie einst Voß gegen Stolberg, so führt er gegen denAbtrünnigen seine Streiche. Sogar mit derselben Grobheit, jedesWort ist, wie Heine später in der „Disputation" spottete, „einNachttopf, und kein leerer". Zum Schluß endlich, nachdem er ihnals Aristokraten und Kryptopfaffen abgetan hat, kommt nochmalsder Haupttrumpf, der Vorwurf der geschlechtlichen Perversität.
Man mag Heines Gereiztheit noch so sehr Rechnung tragen,man kann auch seine sachlichen Gründe billigen, sein Angriff istund bleibt das alte verächtliche Mittel, einen politischen oder lite-rarischen Gegner durchschmntzigeEnthüllnngen aus seinem Privatlebenabzutun, und es wird dadurch nicht weniger verächtlich, daß Heinenicht der erste und nicht der letzte war, der es verwendete. Beiseinen Streit mit Platen denken wir an Shakespeares Kämpfe mitBen Jonson, Marston und Dekker, an Molisres Feindseligkeitenmit dem Hütel de Bourgogne und an Goethes und Schillers Xenien-krieg. Scharfe Worte sind überall gefallen, aber so vergiftete Waffenwie die Heines wurden nur gegen Mokiere gerichtet, dem die Geg-ner vorwarfen, daß er seine eigne Tochter geheiratet habe. HeinesVorgehen wird auch nicht dadurch gerechtfertigt, daß er von derRichtigkeit seiner Behauptungen überzeugt war. Er war sogar bereit,den Wahrheitsbeweis anzutreten. Offenbar waren ihm in Münchenwie in Italien, wo Platen gleichzeitig mit ihm weilte, zahlreicheKlatschgeschichten ans dem Privatleben des Gegners zugetragenworden. Er hielt sie für wahr und war sich sogar bewußt, daßer nur einen kleinen und noch nicht einmal den schlimmsten Teilseines Materiales verwendet hatte. Er rühmte sich in einem Briefan Jmmermann, daß er sich innerhalb der Grenzen des sachlichNotwendigen und des Beweisbaren gehalten habe, aber „ich weißGreuel, die ich nicht dem Papier anzuvertrauen wage".
Platen verzichtete auf eine gerichtliche Klärung der Angelegenheit.Der Historiker wird ihm Dank wissen, daß er die schmutzige Sachenicht noch mehr in die Länge zog, die Freunde des Dichters haben