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Heinrich Heine
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XI. Der Kampf gegen Platen

zur Unterhaltung liest er Plateus Gedichte, deren Füße der Dienermit Kreide auf dem Erdboden skandieren muß. Diese Anekdote imStil Rabelais', überhaupt die ganze Erzählung der „Bäder vonLucca" bildet nur den Unterbau und die Einleitung zu einem An-griff gegen den Grafen Platen.

Den Keim zu dem unseligen Dichterstreit legten ein paar„Stachelverse" Jmmermanns, die Heine in dem dritten Teil der„Nordsee" abgedruckt und als seiner „Gesinnung" entsprechendausdrücklich bezeichnet hatte. Sie trugen die Überschrift „östlichePoeten" und lauteten:

Groß' mäilts ist es jetzo, nach Saadis Art zu girren,doch mir scheint's sZal gepndelt, ob wir östlich, westlich irren.

Sonsten sang, beim Mondenscheine, Nachtigall ssu Philomele;wenn jetzt Bülbül flötet, scheint es mir denn doch dieselbe Kehle.

Alter Dichter, du gemahnst mich, als wie Hamelns Rattenfänger;pfeifst nach Morgen, und es folgen all die lieben, kleinen Sänger.

Aus Bequemlichkeit verehren sie die Kühe frommer Inden,daß sie den Olympus mögen nächst in jedem Knhstall finden.

Bon den Früchten, die sie aus dem Gartenhain von Schiras stehlen,essen sie zu viel, die Armen, und vomieren dann Ghasclen.

Die Epigramme konnten sich nur auf Rückert und Platen be-ziehen, von denen der eine unter dem Einfluß von Goethes „West-östlichem Divan" seine „Östlichen Rosen" (1822), der andere mehrereSammlungen Ghaselen (1821—24) veröffentlicht hatte. Rückertschwieg und gab dadurch zu verstehen, daß er sich durch den harm-losen Spott nicht getroffen fühlte. Der empfindlichere und wenigerweltkluge Platen dagegen glaubte sich aufs schwerste beleidigt undbeschloß, an dem Verfasser und an dem Herausgeber furchtbareRache zu nehmen. Man kann dem Grafen zugeben, daß er nichtnur aus gekränkter Eitelkeit, sondern vermeintlich auch aus sach-licher Gegnerschaft handelte. In der Person Jmmermanns undHeines wollte er die „ganze tolle Dichterlingsgenossenschaft" treffen.