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Heinrich Heine
Entstehung
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X. Aus Wanderschaft

Heine ist sicher einer Mystifikation zum Opfer gefallen, wenn ersich einbildete, daß vermutlich wegen eines galanten Aben-teuers ein Schurke in Genua geschworen habe, ihn zu erstechen.Immerhin gehörte subjektiv Mut dazu, um trotz dieser Drohungin der Stadt zu bleiben und des Nachts am Meere zu spazieren.Nach der selbst heute in Deutschland noch nicht ausgerotteten Vor-stellung läuft ja jeder Italiener mit einem Dolch, jede Italienerinmit einem liebeglühenden Herzen herum.

In den Bagni di Lucca fühlte der Dichter sich sehr wohl. Errühmte die Zeit, die er dort mit schonen Frauen verbrachte, späterals die köstlichste seines Lebens. Es ist nicht bekannt, wer diese Ge-sellschaft bildete, vermutlich waren es Ausländer, wohl Eugländer, dieer schon in Mailand getroffen hatte. Von Lucca ging es nach Florenz,aber der Brief Schenks, der ihm seine Ernennung melden sollte,war nicht dort. Vergebens schrieb der Dichter dem befreundetenMinister, vergebens ging er den Baron Tutschew um Unterstützungan, das Schreiben blieb aus. Die Stadt Florenz gefiel ihm aberso gut, daß er die geplante Reise nach Rom aufgab, um unter denGöttern und Göttinnen der Uffizien und einigeranderer Gott-heiten, die ebenso schön und nicht so kalt sind wie diese", recht an-genehme Wochen zu verbringen. Von dort aus regelte er auch seinVerhältnis zu Cotta. DieAunalen" hatten mit Heines Weggangvon München ihr Erscheinen eingestellt. Der Verleger wollte dieZeitschrift aber nicht dauernd aufgeben, sondern in einer neuenForm wieder erscheinen lassen. Er legte großen Wert darauf,Heines Namen als Redakteur in dem Titel zu führen, und diesererklärte sich dazu bereit, wenn ihm daraus keinerlei weitere Ver-pflichtungen, weder redaktionelle noch schriftstellerische erwachsenwürden. Da Lindner nicht mehr mitspielen wollte, bezeichnete derDichter den vr. Gustav Kolb, einen hochgebildeten Mann mit ver-ständigen liberalen Ansichten, als den geeigneten Nachfolger. Erselbst bat ihn in einem Schreiben aus Florenz, das Opfer zubringen und der liberalen Gesinnung das wichtige Organ zu er-halten.Es ist die Zeit des Jdeenkampfes", heißt es dort,und