Professor in München
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Universität zu verschaffen. Der König zeigte sich nicht abgeneigt.Die Angelegenheit war, wie der Dichter wenigstens annahm, soweit gefördert, daß das Ernennungsdekret schon ausgefertigt war undnur noch der königlichen Unterschrift bedurfte. Unter diesen Um-ständen hatte Heine an der Redaktion der „Annalen" kein Inter-esse mehr. Am 1. Juli 1828 gab er seine Stellung auf und trateine Reise nach Italien an, in der festen Überzeugung, als wohl-bestallter königlich bayerischer Universitätsprofessor nach Münchenzurückzukehren. Schenks Versicherungen ließen ihm daran keinenZweifel. Erst nach Monaten erfuhr er, daß die ZustimmungLudwigs nicht zu erlangen war. Der Grund seiner Ablehnung istnicht bekannt. Es kann sein, daß der sparsame König die Ausgabefür ein Amt scheute, das mehr praktischen Nutzen für dessen Inhaberals für das Land bot, es kann auch sein, daß er dem Drängender Klerikalen nachgab, die in Heine mit Recht einen Feind er-blickten und ihm seine Lästerungen der Religion nicht verziehen.Er selbst war natürlich überzeugt, daß Schenk ihn den Jesuitensakrifiziert habe, und es empörte und schmeichelte ihm in gleicherWeise, sich als ein Opfer der Pfaffen zu fühlen.
Es ist gewiß eine interessante Frage, ob eine günstige Ent-scheidung des Königs das Schicksal des Dichters anders gestaltethätte. Die Kenntnisse an Philosophie, Literatur und Volkskunde,die er in seinen Pariser Schriften bekundet, genügten für dasKolleg reichlich, natürlich für ein Kolleg, das mehr Anregung alsLernstoff, entsprechend den damaligen Bedürfnissen gab. Eineninnern Beruf zu dichten empfand Heine in jenen Jahren nicht mehr,statt dessen eine große Sehnsucht nach Ruhe und gesicherten Ver-hältnissen. Auf der andern Seite hätte ihn seine Unrast, die be-ständige Unzufriedenheit mit dem jeweiligen Zustand, sicher nichtlosgelassen, und alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß seine akade-mische Tätigkeit wie die redaktionelle nur ein kurzes Intermezzogewesen wäre. Die „ewigen, ehernen Gesetze, in denen wir unseresDaseins Kreise vollenden müssen", sind nicht zu brechen. Es hältschwer, sich Heine als ordentlichen oder außerordentlichen Uni-