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Heinrich Heine
Entstehung
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X, Auf Wanderschaft

Der Weg der neueren Bildung gehtvon Humanität durch Nationalitätzur Bestialität.

In seiner engen Wiener Studierstube erkannte er den Zug derZeit klarer als Heine an der Spitze einer Zeitschrift von euro-päischem Rufe. Die Zukunft brachte nicht die Verbrüderung, sondernden Kampf der Nationen bis zur Vernichtung.

Gewiß hätte sich Heines mangelhafte Vorbereitung durch über-zeugungstreue Hingabe an den Beruf und durch emsige Arbeitausgleichen lassen. Aber daran dachte der Dichter nicht. Er standseiner Tätigkeit mit der ganzen Überlegenheit des romantischenGenies gegenüber. „Die Annalen sollen mir auch wenig Mühemachen", schrieb er schon im ersten Brief aus München an Varn-hagen. Er gab zu, daß er Cottas Angebot ohne jede innereNeigung, teils um seine Schulden zu decken, teils aus Renommage,um zu zeigen, daß er mehr als ein „sonettierender Almanachpoet"sei, angenommen habe. Mit größerer Leichtfertigkeit und geringeremVerantwortungsgefühl ist wohl selten ein ernstes Amt angetretenworden. Über Gesinnung und Überzeugungstreue spottete Heine,es waren Eigenschaften der Philister, er selbst hatte nur Launenund Eingebungen. Nur eines war ihm klar, daß er die geboteneGelegenheit ergreifen und „Cotta benützen" müsse. Es lag ihmnur an seinem persönlichen Vorteil, nicht an der Sache. Er konntewohl den Volkstribun mit starken Worten spielen, aber er be-trachtete die Rolle nur als Mittel und Deckmantel für seine eignenZiele. Er wollte aus der Münchner Stellung etwas herausschlagen.Nach so viel Fehlschlägen schien ihm das Schicksal zu lächeln. DieGelegenheit durfte nicht ungenutzt vorübergehen, aber Vorsicht wargeboten. Der Dichter wollte sich die guten Aussichten durch keineübereilte Stellungnahme, durch keine unvorsichtige Äußerung ver-derben. Er beobachtete die größte Zurückhaltung, schrieb herzlich wenigfür die Annalen, und das wenige wurde so harmlos als möglichgehalten. Er verfaßte einige Reiseberichte über England, die später inden vierten Band der „Reisebilder" aufgenommen wurden, eine