München
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Anzeige von Menzels „Deutscher Literatur" (VII, 244 ff.) und eine Re-zension von Michael Beers Drama „Struensee" (VII, 224 ff.). Dieletztere nannte er selber eine „Lumpigkeit". Er wußte, daß das Stücknichts taugte, und lobte es dennoch über die Hutschnur, denn der Ver-fasser war der Freund eines bayerischen Ministers. Auch als Redakteurlegte Heine Wert darauf, daß die Mitarbeiter sich nicht zu stark ins„Schwärmerisch-Demagogische" verloren, also für eine wohltemperierteFreiheit und Opposition eintraten. Im allgemeinen überließ er dieselästigen Geschäfte dem Kollegen Lindner und beschränkte sich darauf, ihmdurch kleinliche Mäkeleien die Arbeit zu erschweren. Nur eines ver-dient Anerkennung. Er sorgte nicht nur für sich, sondern auch fürseine Mitarbeiter, er war bemüht, möglichst gute Honorare für diegelieferten Beiträge bei Cotta durchzusetzen.
Auf den Schleichwegen des Journalismus dagegen fand Heinesich leicht zurecht. Er hat sein ganzes Leben eine Vorliebe für ge-brochene, ja zweifelhafte Charaktere gehabt. Bei allem Wesensunter-schicd spürte er etwas Wahlverwandtes in ihnen. Schon in Hamburghatte er einen gewissen Wit kennen gelernt, einen Mann jüdischerAbstammung, der sich unter dem Namen v. Dörring aus eignerMachtvollkommenheit in den Adelsstand erhoben hatte. Heine trafihn in München wieder und erneuerte den Verkehr, obgleich er dieCharakterlosigkeit und den schlechten Ruf Wits kannte, den dieLiberalen — wohl mit Recht — als einen Spion und Spitzel derPolizei betrachteten. Einesteils unterhielt er sich gut mit dem geist-vollen Lüdrian, andrerseits wollte er durch den Umgang mit Witdeutlich bekunden, daß er mit den Radikalen nichts zu tun habe.Er gedachte den Schuft zu benutzen, denn nach seiner Meinungdurfte sich „ein Mann, der das Edelste durch Wort und Tat be-fördern will, oft einige kleine Lumpigkeiten aus Spaß oder Vor-teil zuschulden kommen lassen, wenn er nur durch diese Lumpig-keiten der großen Idee seines Lebens nicht schadet". Das Edelstewar diesmal eine ganz gemeine Ordensjägerei. Wit hatte ver-mutlich gegen Bezahlung, auf jeden Fall aus sehr unlauternGründen, eine Schrift zugunsten des Herzogs von Braunschweig,