Norderney
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Norderney mit Wangeroog mit dem erhebenden Bewußtsein, daßer sich als „Held" gezeigt habe und daß das „hannoversche Ge-sindel zu lumpig sei, um sich ihm persönlich entgegenzustellen". InWangeroog langweilte er sich „erschrecklich", obgleich er dort denkürzlich erschienenen dritten und vierten Band der neuen GoetheschenGesamtausgabe las. Die Helena-Tragödie gefiel ihm noch am besten,aber selbst diese kam ihm wie ein „Schikanederscher Operntext"vor, und er meinte, es würden sich jetzt keine Schlegelianer undkeine Glöckner der romantischen Minne mehr finden, um zu beweisen,daß sie ein Meisterstück sei. Man werde ini Notfall versichern, daßsie nicht ganz schlecht sei.
Der kurze Aufenthalt in Hamburg galt in der Hauptsache demDruck und der Korrektur des „Buches der Lieder", das im Oktober1827 herauskam, und zwar gerade an dem Tage, als der Verfasserdie Geliebte seiner Jugend wiedersah, die Cousine Amalie, die nunseit fünf Jahren Madame Friedländer war. Die Begegnung scheintauf den Dichter keinen tiefen Eindruck gemacht zu haben, denn einpaar spöttisch-melancholische Bemerkungen sind alles, was er für dieeinstige Königin seines Herzens übrig hat. Er interessierte sich da-mals für die schöne und begabte Schauspielerin Therese Peche.Er hatte sie als Julia, Cordelia und als „Stern von Sevilla"in dem gleichnamigen Stück von Lope gesehen. Er bestritt zwar,daß er „sterbensverliebt" in sie sei, aber er gab auf der andern Seitezu, daß der Stern von Sevilla sein Unstern hätte werden können.Irgendwelche Beziehungen müssen bestanden haben. Der Stadt-klatsch machte daraus eine Liebschaft, wie das bei dem Dichterzahlloser Liebeslieder und einer Theaterdame nicht unwahrscheinlichwar. Heine war jetzt sogar in den Augen der Hamburger ein be-rühmter Mann, dessen Leben mit Juteresse verfolgt wurde. Esliegt kein Anzeichen vor, daß er damals noch ans eine Verbindungmit Therese rechnete. Es heißt zwar in einem seiner Briefe, daßer an Norddentschland gefesselt sei, aber aus diesem unbestimmtenAusdruck kann man unmöglich auf den Fortbestand seiner Liebeund seiner Hoffnungen schließen. Es mag sein, daß er sich nicht zu
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