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m Tage, da der zweite Band der „Neisebilder" erschien, verließder Dichter Hamburg, um sich nach England einzuschiffen.Darin lag gewiß, wie Heine selbst bemerkte, viel Überwindung fürden Autor; aber er hatte stets eine übertriebene Vorstellung vonseiner und seiner Schriften Staatsgefährlichkeit, und deshalb zog eres vor, Deutschland zunächst zu verlassen. „Nicht aus Angst," wieer sich verteidigt, „sondern aus Klugheit, die jedem ratet, nichtszu riskieren, wo nichts zu gewinnen ist." Er hätte ruhig zu Hausebleiben können, sein Buch wurde zwar verboten, aber es gab soviel verbotene Bücher im damaligen Deutschland, daß man unmöglichallen Verfassern zu Leibe gehen konnte. Im vorliegenden Falle dachteauch niemand daran, am wenigsten in Hamburg, das den Schrift-stellern eine verhältnismäßig große Freiheit ließ.
Der Plan, England aufzusuchen, war nicht neu. Das Honorarder „Reisebilder" gewährte dem Dichter die Mittel und soweit esnicht reichte, half Onkel Solomon ans. Er benahm sich sogar sehrfreigebig und stellte dem Neffen einen Kreditbrief in der Höhe vonvierhundert Pfund Sterling auf das Londoner Haus Rothschildaus. Allerdings sollte er nur zur Repräsentation dienen und denVerwandten des kleinen Hamburger Millionärs bei dem großen inLondon gut einführen, Heine jedoch kassierte den Betrag gleich amersten Tage. So befand er sich im Besitz reicher Mittel, lebte inEngland sehr flott, aber er benutzte auch die Gelegenheit, alle seineSchulden in der Heimat zu bezahlen und achthundert Taler beiVarnhagen für den Notfall zu deponieren, also vermutlich für denFall, daß er Deutschland in plötzlicher Flucht verlassen müsse. DerOnkel war natürlich über den Mißbrauch empört, er schrieb einenwütenden Brief an die Mutter des schuldigen Neffen, diese einennicht minder empörten an ihren Sohn, doch Heine antwortete mitgrößter Seelenruhe, im geschäftlichen Leben müsse man sicher gehen,er sei so sicher gegangen, wie es der Onkel auch getan hätte. Der