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Heinrich Heine
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IX. Zwischen Dichtung und Politik

same Buch überhaupt nicht, um keinen Anstoß bei den Behörden zuerregen. Wo es aber besprochen wurde, bestand das redliche Bemühen,der einzigartigen Erscheinung gerecht zu werden. Daß indes die Rezen-senten es nur in bedingter Weise vermochten, liegt daran, daß sieeben Zeitgenossen waren und als solche an dem Stofflichen haftenblieben. Diese Seite des Werkes erkannte derGesellschafter" amklarsten, wenn er sich äußerte:Der Lebensgehalt europäischerMenschen, wie er sich als Wunsch, als Seufzer, als Verfehltes,Unerreichtes, als Genuß und Besitz, als Treiben und Richtung allerArt darstellt, ist hier in gediegenen Auszügen aus Licht gebracht."Und derHamburger Korrespondent" erklärte:Hier erhebt sichder Verfasser in Inhalt und Forin zu einer Vollendung, welcheihn in die Reihe der ersten humoristischen Schriftsteller Deutsch-lands versetzt."

Den großen dichterischen Erfolg verdankt Heine im letzten Endewieder seinem Verhältnis zur Romantik, sie ist und bleibt dieQuelle seiner poetischen Kraft. Romantisch ist im BuchLe Grand"die Umrahmung des Werkes, die Kunst der Stimmung, besondersder Exotismus, der bald in seinem Zauberflug nach Indien, baldan den Rhein oder nach Italien entflieht. Romantisch ist auch diespielende Leichtigkeit, die Wirklichkeit in UnWirklichkeit zu verwandeln,sei es durch die Macht der Phantasie, durch die Ironie oder denSpott. Heine hat sich in denGeständnissen" später selber als einenromantigus ckslrogno" bezeichnet, als einen Romantiker, derdie Kutte abgeworfen, aber er gibt doch zu, daß er immer Roman-tiker war, sogar in einem höheren Grad, als er es selbst ahnte. Da-mals glaubte er, daß sein Eintritt in die Politik zu einem end-gültigen Bruch mit der Romantik führen müsse. Er hielt ihre Poesiefür unfähig, das Leben der Gegenwart aufzunehmen, und sah voraus,daß eine Entfernung von dieser Kunstrichtung für ihn gleich-bedeutend mit dem Verzicht auf die Kunst selber sein müsse.

Schon 1826 hatte Heine in diesem Sinne an Wilhelni Müller ge-schrieben. Er fühlte, daß er vor einem Wendepunkt seiner Entwicklungstand, und aus diesem Gefühl entsprang der Wunsch, das Schaffen