Buch Le Grand
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trümmerte Welt zu seinen Füßen. Durch diesen Gegensatz zwischendem Genius des Künstlers und der rein zeitlichen Materie machtdas Buch den hinreißend subjektiven Eindruck, nicht weil der Ver-fasser von sich und seinem eignen Lebensgang berichtet. Es ist eineAppellativ» ans der öden Gegenwart an die ewigen Rechte desGeistes.
Wer es las, mußte Partei ergreifen. Aber für kleine Menschen,die in den Interessen des Tages verhaftet sind, ist es mißlich,Partei zu ergreifen. Sie freuten sich Wohl heimlich über die Schrift,sie amüsierten sich, daß der Verfasser es den „Leuten da obenmal gründlich gegeben hatte", aber ebenso bereit waren sie, in derÖffentlichkeit ihre Freude und die Dichtung selber zu verleugnen.„Selbst die Freunde", schrieb Varnhagen, „tun schrecklich tugend-haft als ordnungsliebende Gelehrte und Bürger." Das Buch wurdemehr getadelt als gelobt. Aber weder diese Zurückhaltung nochdie Verbote der Regierungen konnten den Erfolg aufhalten. Esmachte gewaltiges Aufsehen. Heine konnte zufrieden sein und inberechtigtem Stolz verkündete er dem Freunde Moser, er habe einenungeheuren Anhang und Popularität gewonnen, er könne jetzt vieltun und habe eine weitschallende Stimme. „Du sollst sie noch ofthören", fährt er im besten französischen Revolutionsstil fort,„donnernd gegen Gedankenschergen und Unterdrücker." Und anCampe schrieb er einige Monate später, als sein Weg ihn durchganz Deutschland führte, ich hätte nicht geglaubt, fchon so be-rühmt zu sein. Der Erfolg berauschte ihn und er vergaß diemahnenden Worte, die er kurz vor dem Erscheinen des zweitenBandes der „Reisebilder" an Chriftiani geschrieben hatte: „Ichweiß sehr gut, daß, wer das Schwert führt, auch durch das Schwertumkommen wird."
Die Warnung sollte bittere Wahrheit werden, einstweilen aber dachteder Verfasser nur daran, seinen Triumph zu genießen und auszunutzen,der ihm auch von der Kritik bestätigt wurde. Sie war im allgemeinenrecht günstig, günstiger, als es Heine gewohnt war. Zwar die großeMehrzahl der Blätter beobachtete Zurückhaltung und besprach das seit-