Nordsee II
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„O löst mir das Rätsel des Lebens,das qualvoll uralte Rätsel,worüber schon manche Häupter gegrübelt,
Häupter in Hieroglypheninützen,
Häupter in Turban und schwarzem Barett,
Perückenhäupter und tausend andrearme, schwitzende Menschenhäupter —sagt mir, was bedeutet der Mensch?
Woher ist er kommen? Wo geht er hin?
Wer wohnt dort oben auf goldenen Sternen?"
Es murmeln die Wogen ihr ew'gcs Gemurmel,es wehet der Wind, es fliehen die Wolken,es blinken die Sterne gleichgültig und kalt,und ein Narr wartet auf Antwort.
Ist damit wirklich das letzte Wort gesprochen, so fällt diese Poesieüber sich selber ein vernichtendes Urteil, denn die Aufgabe derKunst besteht darin, daß sie uns keine Rätsel aufgibt, sondern löst.Sie soll uns zu der Höhe des Schöpfers emporheben, uns denEinblick in das Weltgeschehen erschließen und seine letzten Ursachenahnen lassen. Das ist die Pflicht des „Ritters vom Geist", aberHeine zeigt sich hier nicht als solcher, sondern als müder, ver-zweifelter Sucher nach einer Weltanschauung. Die Götter Griechen-lands lehnt er ab, sie waren ihm immer „widerwärtig", es sind'verlassene Götter,tote, nachtwandelnde Schatten,ncbelschwache, die der Wind verscheucht.
Sie können ihm nichts sagen. Aber was bleibt ihm dann?Und wenn ich bedenke, wie feig und niedrigdie Götter sind, die euch besiegten,die neuen, herrschenden, tristen Götter,die schadenfrohen im Schasspelz der Demut —
Das Christentum ist ebensowenig fähig, das Welträtsel zu lösen„und nur aus Abneigung gegen die neue Religion will der Dichterbei den alten Göttern trotz ihrer Schattenhaftigkeit ausharren.Er wird Klassizist aus Verlegenheit, nicht ans Überzeugung, nichtaus Begeisterung für Hellas, sondern im besten Fall aus einen
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