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Heinrich Heine
Entstehung
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Nordsee I

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oder Ostsee zum Vergnügen aufzusuchen, kam den Sachsen, denBayern oder Rheinländern überhaupt nicht. Heine führte dasdeutsche Publikum in eine völlig fremde Welt, er eilte seiner Zeitvoraus und war einer der ersten, wenn nicht der erste, der diePhantasie der Deutschen auf das Meer hinauswies.

Ein neuer Geist in neuer Form. Knüpft jener an die Wikingerund Hanseaten an, so dieser, wie Elster hervorhebt, an die Frei-heiten des altgermanischen Verses. Der treffliche Forscher gibteine klare Darstellung dieser Rhythmik: „Die Zahl der Hebungenist frei, abwechselnd zwischen zwei, drei und vier, niemals aberdiese Anzahl überschreitend; die Senkungen fehlen oder find durcheine, zwei oder auch drei Silben ausgefüllt, je nach dem rhyth-mischen Bedürfnis des Verssinnes. Bald ist der Rhythmus steigend,bald fallend, bald abwechselnd fallend oder steigend. Außerdem be-dient sich Heine hier des Stabreims, durch den er die wichtigstenWörter des Verses kraftvoll hervorhebt und miteinander verbindet.Durch alle diese Mittel weiß er eine äußerst ansprechende Ab-wechselung zu erzielen, den Sinn immer bedeutungsvoll zu hebenund ein Schaukeln und Schweben des Rhythmus hervorzubringen, indem eine kunstvolle dichterische Abspiegelung der Meeresbewegungenwiederzuerkennen ist." Heines Hymnen tragen keinen einseitig dekla-matorischen Charakter. Sein ganzes Wesen stellt er in den Dienstder jungen Königin, die in dem ersten Gedichte angerufen wird.Freud und Leid, Phantasie und Verstand, Witz und Humor sollensich zu ihrer Huldigung vereinen:

Heil dir! du junge Königin!

Von der Sonne drobenreiß' ich das strahlend rote Gold,und webe draus ein Diademfür dein geweihtes Haupt.

Von der flatternd blauseidnen Himmelsdecke,worin die Nachtdiamanten blitzen,schneid' ich ein kostbar Stück,und häng' es dir als Krönungsmantelum deine königliche Schulter.

Wölfs, Heine 14