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VIII. Die ersten Reisebilder
„Ich danke dem Schöpfer in der Höh',der diesen Saft der Rebenerschuf, und zum Verleger mirden Julius Campe gegeben!"
Campe konnte sicher nicht für die recht erheblichen BedürfnisseHeines voll aufkommen, aber er hätte ihm bei Einschränkung deseigenen Gewinnes manche Sorge und viel Ärger ersparen können.Sein Verlag erlangte durch den Dichter Weltruf, aber dieser nahmwohl an dem Ruhm, nicht aber an dem begleitenden Gewinstteil und mußte sein Schaffen leider zu oft nach finanziellenund nicht nach künstlerischen Gesichtspunkten einrichten. Auf derandern Seite soll nicht verschwiegen werden, daß Heine zur Ver-breitung seiner Werke einen tüchtigeren Verleger nicht finden konnte.Das wußte er und deshalb harrte er trotz aller Beschwerden beiihm aus. Campe hat ihm auch manchen brauchbaren praktischenRat erteilt, er hat das Erscheinen mancher Schrift durch seineZähigkeit und Verschlagenheit durchgesetzt und den Verfasser vormancher übereilten und zu heftigen Äußerung bewahrt, aber selbstwenn man dem Risiko, das dem damaligen Verlagsgeschäft durchVerbote und Beschlagnahme drohte, voll Rechnung trägt, kann dasEndurteil über den Campeschen Verlag nur ungünstig ausfallen.Nicht einmal an dem Toten hat er seine Pflicht erfüllt und diedreißigjährige Schutzfrist hat er verstreichen lassen, ohne eine ge-diegene und kritische Ausgabe der Werke seines größten Autorsherauszubringen.
Einstweilen war Heine froh, daß Campe sein Wanderbuch fürdie einmalige Zahlung von fünfzig Louisd'or übernahm. Vielleichtgeschah es auch auf seinen guten Rat, daß der für die Allgemeinheitweniger interessante Aufsatz über Polen wegblieb und nur die„Heimkehr", die „Harzreise" und die „Nordsee" in den Band auf-genommen wurden, der im Mai l.826 unter dem verändertenGesamttitel „Reisebilder" herauskam. Der Verfasser stand demneuen Werke kritisch gegenüber. An Varnhagen schrieb er, es werdewenig zu seinem Ruhme beitragen. „Aber was soll ich tun? Ich