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Heinrich Heine
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195
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Julius Campe

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wog nur, was ihm das einzelne Werk wert war, nicht was derAutor in Zukunft für ihn werden konnte. Er war um den Absatzseiner Ware rege bemüht, half einem Buch zum Erfolg mitallen Mitteln, die einem klugen Verleger zu Gebote stehen, aber ersuchte dabei nur den eignen Vorteil, selbst ans Kosten seiner Autoren.

Es war bekannt, daß Campe schlecht zahlte und daß er sich selbstübernommenen Verpflichtungen mit Hilfe kleinlicher Mittel gernentzog. Er wußte in solchen Fällen den weniger gewandten Schrift-steller geschickt ins Unrecht zu setzen, spielte selber den Beleidigtenund schwieg sich in seiner gekränkten Unschuld aus. Darunter hatHeine am meisten gelitten, und es kam zwischen Schriftsteller undVerleger oft zu den heftigsten Zusammenstößen, bis der „typogra-phische Julius" sich in jahrelanges schmollendes Schweigen hüllte.Heine sprach von Campe nicht nur hinter dessen Rücken als einemSchuft, sondern warf ihm auch Unaufrichtigkeit, Unehrlichkeit undVerlogenheit offen vor. Die Vorwürfe mögen oft übertrieben, oftauch unbegründet sein, aber daß es zu einer so unwürdigen Kor-respondenz zwischen den beiden Männern kam, ist hauptsächlich Schulddes Verlegers. Von der Unzulänglichkeit der Campeschen Honorare,besonders in den ersten Jahrzehnten, hatte der Dichter keinen richtigenBegriff, er verglich die seinen mit denen anderer Autoren undübersah, daß er als der bedeutendste und gelesenste Schriftstellerseiner Zeit andere Ansprüche machen durfte als die kleineren Geister.Von dem Ertrag der Heineschen Werke konnte sich Campe ein statt-liches Geschäftshaus bauen, während der Verfasser in Paris einenverzweifelten Kampf gegen Gläubiger und Schulden führte. Esklingt wie Hohn, wenn der Dichter im „Wintermärchen" erzähltr

Ich aß und trank mit gutem App'titt,und dachte in meinem Gemiite:

„Der Campe ist wirklich ein großer Mann,ist aller Verleger Blüte.

„Ein andrer Verleger hätte michvielleicht verhungern lassen,der aber gibt mir zu trinken sogar;werde ihn niemals verlassen.

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