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Heinrich Heine
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VIII. Die ersten Neisebilder

imGesellschafter" gedruckt, wie auch die meistenHeimkehrlieder"schon in dieser oder der Hamburger ZeitschriftBiene" erschienenwaren. Den Band, der den TitelWanderbuch, erster Teil" tragensollte, bot der Verfasser zunächst seinem alten Verleger Dümmlerin Berlin an, aber diesem erschien das geforderte Bogenhonorarvon zwei Louisd'or für ein Buch zu hoch, das beinahe nur Be-kanntes enthielt. Der Dichter wandte sich an den Hamburger Ver-leger Julius Campe, den alleinigen Inhaber der von seinem Onkel,dem bekannten Pädagogen gleichen Namens, begründeten FirmaHoffmann 6- Campe.

Julius Campe ist nach Solomon Heine der Mann, der diegrößte Bedeutung im Leben Heinrich Heines besitzt. Er war sicherein ungewöhnlicher Mensch von scharfem Verstand, regem Erwerbs-sinn, und wenn auch ohne tiefere Bildung, so doch mit intuitivemVerständnis für das literarisch Gute oder Marktfähige begabt. Erwar ein unternehmender Mann und stets bereit, sich junger, auf-strebender Talente anzunehmen. Die verhältnismäßig große Frei-heit, die das Buchgewerbe in Hamburg genoß, kam ihm zustattenund wurde von ihm in geschicktester Weise ausgenutzt, um Werkezu verlegen, die in den anderen deutschen Staaten auf größereSchwierigkeiten gestoßen wären. Ziemlich alle Autoren, die um dieZeit der Julirevolution von der Zensur mit einem mißtrauischenAuge betrachtet wurden, sind in Campes Verlagskatalog vertreten,Heine, Börne, Gutzkow, Diugelstedt, Hoffmann von Fallersleben,Wienbarg, Maltitz, Gottschall u. a. m. Darin lag ein gewisses Risiko,denn ihre Schriften wurden vielfach von dem Verbot der größerenBundesstaaten betroffen und waren dann nur unter erheblichenSchwierigkeiten und vermehrten Unkosten auf heimlichen Schleich-wegen abzusetzen. In solchen Listen zeigte Campe eine erstaunlicheErfindungsgabe. Seine Verschlagenheit wußte alle Zensurmaßnahmenzu vereiteln, er war ein Meister des Kleinkrieges, aber in diesenaufreibenden Ränken und Plänkeleien vergeudete er seine Energieund verlor allmählich den Blick für größere geschäftliche Zusammen-hänge. Er dachte zu sehr an den augenblicklichen Vorteil und er-