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Heinrich Heine
Entstehung
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193
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Umgang in Hamburg

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Merckel. Zimmermann war ein Mann von Geist, aber damalsschon durch seinen ungeliebten Lehrerberuf gebrochen, Lyser wartaub und dadurch von jeder anregenden Geselligkeit ausgeschlossen,der Assingsche Salon bot mit untauglichen Mitteln eine schlechteKopie des Varnhagenschen; so blieb als einziger der feingebildeteMerckel. Er konnte dem Dichter wohl ein treuer Freund sein undist es gewesen, solange er in Deutschland weilte, aber kein Geistes-genosse. Heine war ein Fremdling in der Hamburger Welt desErwerbes und der regen geschäftlichen Tätigkeit. Er hatte recht,wenn er über seine Existenz au einen Berliner Freund schrieb:Nennen Sie es, wie Sie wollen, nur nicht leben." Wenn dazunoch Kränkungen kamen, von denen er berichtet, daß sie nur zuertragen waren, weil sie außer ihm niemand kannte, so wird manbegreifen, daß sein Herz in Bitterkeit schwoll, und daß er Stundenhatte/wo er am Leben verzweifelte.

Unter diesen unerfreulichen Eindrücken war seine Produktions-kraft aufs äußerste gelähmt. Er hatte jetzt keinen Beruf mehr, erwar ein freier Mann, wie er es sich so oft gewünscht hatte, aberseine Muse blieb stumm. In diesem ersten halben Jahr in Ham-burg hat Heine so gut wie nichts gedichtet, nur das GedichtAlmansor", in dem sich der schlimmste Haß gegen das Christentumund die größte Beschämung über die eigene nutzlose Taufe austoben,ist dieser Periode mit Sicherheit zuzuweisen. Sonst hat der Dichternur ältere Sachen überarbeitet, gesichtet und gesammelt. Je mehrer unter dem Versagen seiner Kunst litt, um so mehr lag ihmdaran, die Schätze aus besseren Tagen, die noch ungedruckt oderdoch nur für einen beschränkten Leserkreis in Zeitschriften ver-öffentlicht waren, in neuer und reinerer Form herauszugeben. Eswar der alte Aufsatz über Polen, die noch in Göttingen verfaßteHarzreise", zahlreiche lyrische Gedichte, die er zu einem neuenZyklusHeimkehr" zusammenstellte und eine kleinere neue Gedicht-sammlungNordsee". Er beabsichtigte, sie in einem Baude heraus-zugeben. Die Schriftüber Polen" war schon 1822 erschienen,dieHarzreise", wenn auch in sehr entstellter Fassung schon

Wolfs, Heinc 13