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VIII, Die ersten Reisebilder
Leumund zehren wollte, fand in diesem Hause immer die reich-lichste Atzung," Von allen Seiten wurde der Dichter angefeindetund verlästert. Die Tempeljuden unter Führung ihres GabrielRießer konnten ihm den Religionswechsel nicht verzeihen und zürntenwegen des Spottes, mit dem er ihre wichtigtuerischen Reformengetroffen. Von christlicher Seite wurde er dagegen gerade damalsmehrfach als Jude augegriffen und verhöhnt. Heine war empfindlichund diese Vorwürfe trafen seine wundeste Stelle. Ihn selbst wurmtedie Blöße, die er sich durch die Taufe gegeben, die Zweideutigkeit,der er sich durch das grundsatzlose Bekenntnis zum Christentumausgesetzt hatte. Mit Wehmut gedachte er der vergangenen Zeiten,da er mit Gans, Moser und Zunz in Berlin ein Jude unter Judengewesen war, und mit selbstquälerischer Wollust betrat er die alteSynagoge, um eine Predigt des Rabbiners gegen die Abtrünnigenzu hören, die um schnöden Vorteils willen von der angestammtenReligion abgefallen. Den Abfall hatte er begangen, der Vorteil warausgeblieben.
Ist es da zu verwundern, daß er den Wunsch hatte, daßetwas zu seinem Ruhme geschah? Um nicht nur allen seinenFeinden und Verleumdern, sondern namentlich sich selbst zum Be-wußtsein zu bringen, daß er ein Dichter sei? Heine war kein starkerCharakter, er besaß nicht die feste Selbstzuversicht Hebbels, sonderner wurde leicht an seinem Genius irre. Er brauchte Menschen, diean ihn glaubtenj und es ist beklagenswert, daß er nach seinemBerliner Aufenthalt weder die Freunde noch die Frau fand, dieseiner innern Haltlosigkeit zu Hilfe kamen und ihn in seinerKunst bestärkten. In Hamburg war er sehr vereinsamt und lebtenotgedrungen zurückgezogen und isoliert. Weder Wohlwill, derLehrer an der jüdischen Freischule, noch der Zuckermakler Cohen,der Improvisator Wolfs, der seichte Lustspielverfasser Töpfer oderder harmlose Komponist Methfessel boten den geeigneten Um-gang für ihn. Wertvoller war der Verkehr mit Professor Zimmer-mann, mit dem Maler Lyser, dem Ur. Assing, der VarnhagensSchwester geheiratet hatte, und mit dem jungen Kaufmann Friedrich