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VII. Abschluß des Studiums
dies trotz seines Judentumes und trotz der Promotion in einerandern Fakultät gestatten würde. In Berlin hat er wohl Fühlungmit den zuständigen Stellen gesucht, und von Moser ließ er sichin der nächsten Zeit genau über die Verhältnisse im preußischenKultusministerium unterrichten. Je mehr juristische Kenntnisse ersich als Examensballast einpaukte, desto weniger lockte ihn dieAdvokatur, vor allem aber suchte er den Übertritt zum Christentumzu vermeiden, den er, so verhaßt ihm die Taufe sein mochte, voll-ziehen mußte, um die Tätigkeit als Anwalt aufzunehmen.
Eine zweite Reise unternahm er im Spätsommer desselbenJahres. Sie führte ihn auf einer großen Fußwanderung vonGöttingen durch den Harz über Eisleben. Halle, Jena, Weimar,Erfurt, Gotha, Eisenach nach Kassel und zurück. Heine war injungen Tagen ein guter Fußgänger, am liebsten marschierte erallein, um die Natur ungestört zu genießen, und überließ es alsechter Sohn der Romantik dem Zufall, ihn in gute oder schlechteGesellschaft zu bringen. Er hat die kurze Unterbrechung der Examen-büffelei, diese sorgenlose Fahrt durch Berg und Tal in vollen Zügenausgekostet, sie gab ihm die Stimmung zur „Harzreise", seinemfrischesten und glücklichsten Prosawerk, nur wurde sie durch einEreignis getrübt, durch den Aufenthalt in Weimar, den enttäu-schenden Besuch bei Goethe.
Heine hatte dem Altmeister bisher alle seine Werke zugesandt,aber keine Antwort oder höchstens einen konventionellen Dankerhalten. Um so mehr drängte es ihn, Deutschlands größten DichterAug' in Auge zu sehen und die Anerkennung zu ertrotzen, die jeuerihm bisher versagt hatte. Er mochte hoffen, daß sein wachsenderRuhm Goethe zu Ohren gekommen war und daß er ihn, wennnicht als Ebenbürtigen, so doch als jüngeren Kollegen in Apollbegrüßen würde. Eine schwere Enttäuschung stand ihm bevor. Inder „Romantischen Schule" freilich gibt Heine eine begeisterte Schil-derung seines Besuches. Er vergleicht dort Goethe mit Jupiter underzählt: „Wahrlich, als ich ihn in Weimar besuchte und ihm gegen-über stand, blickte ich unwillkürlich zur Seite, ob ich nicht auch