Begegnung mit Jmmermnnn
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lehnend, während sein Freund von dem jungen Deutschland aufden Schild gehoben wurde, Jmmermann betrachtete die Poesie alsseine Lebensaufgabe, und je mehr Heine Politiker wurde, um soweniger hatten die einstigen Freunde sich zu sagen. Von ihrerKorrespondenz sind nur Heines Briefe erhalten, die AntwortenJmmermanns sind leider bei einem Brande in Betty Heines Woh-nung vernichtet worden. Wir können das Freundschaftsverhältnisalso nur einseitig beurteilen, aber aus dem Vorhandenen ergibtsich, daß unser Dichter der Führende, der Geistvollere und Viel-seitigere in diesem Bunde war. Er erteilt dem Freunde bei allerBewunderung gute Ratschläge, schickt ihm eingehende Verbesserungenzu der Dichtung „Tulifäntchen" und weist sein Talent auf dierichtigen Wege. Es ist kaum anzunehmen, daß Jmmermann Gleichesmit Gleichem vergelten konnte, er beschränkte sich darauf, demFreund anerkennende Kritiken zu schreiben, die dieser hochbeglücktaufnahm. In Magdeburg wurde der Freundschaftsbund damalsbesiegelt.
Von dort ging es nach Berlin. Seine Ankunft hatte Heinegut vorbereitet durch 38 der besten Lieder der „Heimkehr", dieGubitz kurz vorher im „Gesellschafter" gedruckt hatte. Die Freundesollten sehen, daß seine Harfe noch wie einst klang. Die kurze Zeitin der Hauptstadt verlief auf das angenehmste, um so mehr alsder Dichter in der Lage war, dank der ritterlichen Haltung Fouquosein Zerwürfnis, das Varnhagens Mißtranen verschuldet hatte, zubeseitigen. Er selbst schrieb über den Aufenthalt: „Ich habe in Berlinviel antichambriert, viele höchstgnädige Blicke ans mich herabstrahlenlassen, alte Freundschaften fester geknüpft, gut gegessen, noch besser ge-trunken ü In Hafis, hinlänglichen Weihrauch eingeatmet, etwelche Küsseempfangen, 30 Louisd'or ausgegeben, rasend viel dummes Gewäschangehört und köstliche Stunden genossen." Das Wichtigste ist, daß erviel antichambriert hat. Die Reise diente also nicht ausschließlich demVergnügen, sondern der Förderung seiner Zukunftspläne. Er trugsich mit dem Gedanken, sich nach dem Examen in der Berlinerphilosophischen Fakultät zu habilitieren, und er hoffte, daß man ihm
Wo lff, Heine 12