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VII, Abschluß dcs Studiums
dargebotene Hand verschmähte. In Jmmermann lobte Heine sichselber und er hat ihm seine Freundschaft geradezu aufgedrängtdenn weder in ihrem Schaffen noch in ihrem Charakter hatten diebeiden Männer auch nur die geringste Ähnlichkeit. Jmmermannwar keine „kräftige, leuchtende Dichtergestalt", wie Heine begeistertschrieb, sondern ein strenger, kerniger Altpreuße von herbem Ver-stand und nüchterner Klarheit, die an den alten Fritz und die Auf-klärung gemahnten. Schon auf der Universität war er in Oppo-sition gegen die herrschende Burschenschaft getreten, weniger gegenihre Tendenzen als gegen den Terrorismus, mit dem sie die außen-stehenden Studenten verfolgte. Auch als Dichter hielt er sich vondem tonangebenden Klüngel fern und nahm es lieber hin, daß seineDichtungen nicht beachtet als von Leuten gelobt wurden, die ihmnicht gefielen. Jmmermanns Charakter, „sein starkes Wollen desGuten und Rechten" imponierte dem schwankenden und haltlosenHeine. Aber das, was sie zumeist zusammenführte, war die gemein-same Opposition. Beide nahmen eine Sonderstellung in der Literaturein, beide waren der aristokratischen Romantik abgeneigt und fühlten,daß die neue Zeit eine neue Kunst verlangte; beide besaßen einestarke Dosis von Rationalismus, die sie zu Feinden der historisie-renden Romantik mit ihren Rittern und Pfaffen, ihrer Mystik undihrem Altdeutschtum machte. Heine hat dies schon in seinem erstenBrief mit erstaunlicher Klarheit erkannt. Schon dort gab er dieParole aus:' „Kampf dem verjährten Unrecht, der herrschendenTorheit und dem Schlechten! Wollen Sie mich zum Waffenbruderin diesem heiligen Kampfe, so reiche ich Ihnen freudig die Hand.Die Poesie ist am Ende doch nur eine schöne Nebensache."
Jmmermann ergriff die dargebotene Hand und es entspann sichzwischen den beiden Dichtern ein reger Briefwechsel, der erst mitHeines Übersiedlung nach Paris verebbte. Wohl nicht nur durchZufall oder Säumnis, sondern ihre Wege gingen damals ausein-ander. Schon in dem Kampf gegen Platen fand Heine nicht dieUnterstützung bei Jmmermann, die er erwartete, und vollends gegendie „Bewegungsliteratur" verhielt der altprenßische Beamte sich ab-