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VII. Abschluß des Studiums
jährige reichlich alt war, sondern am meisten tat ihm wohl, daß erdem Banne des Judentums entrückt war. Er erkundigte sich zwar inseinen Briefen an die Berliner Freunde stets nach dem Schicksaldes Vereines, aber der Nachfrage fehlte das lebendige Interesse.Der Umgang mit der studierenden Jugend, die sich um den großenJudenschmerz nicht kümmerte, und in ihm selbst nur einen derIhren sah, tat ihm wohl. Das bittere Gefühl, ein Fremder zusein, trat zurück, und es blieb davon nur eine leise Wehmut, daßihm nicht vergönnt war, in gleich sicheren und ebenen Bahnen wiedie Freunde sein Leben zu vollenden. Doch der Druck hörte ans,Heine verlernte, sich als Jude zu fühlen, und in seinen GöttingerBriefen spielt im Gegensatz zu denen aus Lüneburg das Judentumkaum eine Rolle mehr.
Trotz der vielen Lücken, die er in seinem Studium auszufüllenhatte, blieb ihm Zeit zu größeren und kleineren Ausflügen, zuReisen und zu dichterischem Schaffen. Auch das ist ein Beweis,daß ihm bei einigem guten Willen die Rechtswissenschaft keine un-überwindlichen Schwierigkeiten bot. Er arbeitete in Göttingen andem unglückseligen „Rabbi", der nicht weiter kommen wollte, obgleichder Verfasser alle möglichen Chroniken durchstudierte, er schriebdie „Harzreise", setzte seine in Lüneburg begonnenen „Memoiren"fleißig fort und dichtete zahlreiche Lieder, die in seinen späterenSammlungen veröffentlicht wurden. Ludwig Robert und sein alterMitschüler Rousseau bedrängten ihn beständig um Beiträge fürihre literarischen Zeitschriften. Das Almanachwesen war unsermDichter, wie er an Moser schrieb, im höchsten Grade zuwider, und mitRecht befürchtete er, dadurch sein Talent und die Wirkung seinerGedichte zu zersplittern, aber er war zu gutmütig, um sich denBittenden zu versagen, zumal wenn diese ihre Anträge durch eiuehübsche Frau unterstützten wie Friederike Robert, der er damalsdurch Moser einen Sonettenkranz überreichen ließ. So gab erverschiedene Gedichte an die „Rheinblüten" des einen und an die„Agrippina" des andern Freundes, meistens allerdings unter derBedingung, daß seine Beiträge nicht mit seinem vollen Namen ge-