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Heinrich Heine
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171
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Konflikt mit dem Onkel

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des italienischen Dichters trotz der Spanne von drei Jahrhundertenwörtlich dem deutschen in den Mund legen. Er schrieb von seinemGönner:

Meint er, daß er mich kaufte durch die Gaben,so geb' ich sie zurück, leicht fällt die Wahlund will nur meine Freiheit wieder haben.

Doch gleich darauf sieht er ein, daß er von fremdem Gut lebenmuß und daß es immer noch besser sei, sich beim Herzog „satt zulaben", als „mein täglich Brot zusammen mir zu schaben". Genauso verhielt sich Heine. Auch er erklärte wieder und wieder, daß dieAbhängigkeit von dem Onkel mit seiner Würde unverträglich sei, daßer sich aus der schmählichen Lage befreien müsse, und daß er seinBrot lieber in der Schale der Thenns essen wolle, aber das Endedieser Entrüstung bildete immer der Entschluß, für dieses eine undletzte Mal noch etwas von dem Onkel anzunehmen, und er feilschtmit ihm um Heller und Pfennig. Diese Komödie wiederholt sichin Heines Leben unzählige Male wie in dem Ariosts. Aber demDichter der Renaissance gelang es, die Komödie als Komödie zugenießen, dem der Neuzeit wurde sie zur Tragödie.

Ariost verachtete seine Gönner und darum wußte er sie immer wiederan ihrer schwachen Seite zu fassen. Heine hat sich zu einem Gefühlder Überlegenheit nicht aufgeschwungen. Er bewunderte den Reich-tum und die kapitalistischen Fähigkeiten des Onkels, er haßte undliebte ihn. Dadurch war seine Haltung immer schwankend undzweideutig, sie zeigte mehr Selbstgefälligkeit als Selbstbewußtsein.Wenn er dem Verwandten bei einer dieser Auseinandersetzungen insGesicht sagte: „Das Beste an Dir ist, daß Du meinen Namen trägst",ein andermal ihm die allerdings nicht beglaubigten Verse schrieb:Schicken Sie mir eine Million,und vergessen sie dann ihren Brndersohn!

oder ihm erklärte, jedes seiner eigenen Worte sei für ihn baresGeld wert, so lag darin eine kümmerliche Genugtuung und Rache.Er mußte doch wieder mit Salomon verhandeln und froh sein,wenn er etwas bekam. So ging es auch diesmal. Der Onkel ließ