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Heinrich Heine
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VII Abschluß des Studiums

zwei Jahre seines Studiums ein Stipendiuni bewilligt, das invierteljährlichen Fälligkeiten von je 100 Talern zahlbar war. DieHälfte dieser Frist war kaum verstrichen, als der stets geldbedürftigeEmpfänger schon eine Rate des zweiten Jahres erhob, die aller-dings erst in einigen Monaten fällig war. Der Onkel sah darineine Überschreitung des eingeräumten Kredites, nach seiner Ansichtbedurfte es zur Erhebung der weiteren 100 Taler einer erneutenAnweisung. Außerdem war das Geld für das Studium, nichtaber für Badereisen bestimmt. Salonion Heine war der bessereRechner und in Geldsachen gewiß zuverlässiger als sein Neffe;seine Darstellung wird wohl die richtige sein, und dem Dichterkönnen wir es zutrauen, daß er eine Unklarheit der Abmachungenbenutzte, um sich vor der Zeit in Besitz des Geldes zu setzen, daser jetzt wie immer notwendig brauchte. Der Geldmann, den dieEigenmächtigkeit empörte, schrieb dem Dichter einen wütenden Brief,in dem er ihm die Entziehung jeder ferneren Hilfe androhte; dieserantwortete mit einem „Meisterstück von Würde und Persiflage",von dem er allerdings voraussah, daß es „keine milde Stimmung"hervorbringen würde. Der Standpunkt des Bankiers war, daß ergenug für die bedürftige Familie seines Bruders Samson tat, wenner diesen selbst und seine noch nicht erwerbsfähigen Kinder unter-stützte, daß aber der erwachsene Sohn sich selber sein Brot ver-dienen müsse. Heine konnte dieser nüchternen, klaren Auffassungnur seinen Dichterberuf entgegenhalten, aber er durfte nicht er-warten, daß er bei einem Hamburger Bankier dafür Verständnis fand.

Es ist der alte Gegensatz, der sich unter den gleichen Be-dingungen immer wiederholt und wiederholen muß, zwischen demidealen Recht des Künstlers, der ohne fremde Hilfe nicht lebenkann, und dem realen Recht des Gönners, der die Kunst nachseinen materiellen Begriffen einschätzt. Heine ist nicht der einzigeDichter, der unter dieseni Zwiespalt gelitten hat. Arivst z. B. hatihn in derselben qualvollen und demütigenden Weise durchlebt. Setztman an Stelle von Hippolyt und Alfons von Este den wenigerwohlklingenden Namen Salomon Heine, so kann man die Klagen