Therese Heine
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Pfad der neuen Liebe mit Zagen und Mißtrauen gegen sich selberbeschritt. Sie bedeutete eine Revolution seiner Gefühlswelt, eineÜberwindung von Ideen, auf denen er sein Leben wie sein Dichtenaufgebaut hatte, eine Rückkehr von lebensunwirklichen, vorgefaßten,phantastischen Vorstellungen auf den Boden der festen Wirklichkeit.War die erste Liebe der Beginn, so ist die zweite das Ende derByronstiinmnng, keine unendliche Schwärmerei, sondern von Anfangan eine gesunde Empfindung mit einem erkennbaren und erreichbarenZiel. Die Heirat mit Therese war kein übermütiger, knabenhafterTraum, sondern Heines Aussichten auf ihre Hand waren besserund begründeter als die auf Amaliens. Er war nicht mehr derChef der Firma „Harry Heine Ä Co." in Liquidation, sondernein anerkannter deutscher Dichter, und es lag in seiner Hand, beieinigem Fleiße in wenigen Monaten den von der Familie begehrtenTitel eines Or. juris zu erwerben. Man darf nicht glauben, daßHeine durch praktische Gründe zu der jungen Cousine hingezogenwurde — er war stets geldbedürftig, doch nicht geldsüchtig —,aber die Neigung trug im Gegensatz zu der früheren Schwärmereiein reales Element in sich. Therese glich ihrer älteren Schwestermehr im Aussehen als im Wesen. Sie hatte Sinn für die Huldigungenund die Liebe eines Dichters, wenn sie sich auch später nicht ent-schließen konnte, ihn zu heiraten.
Von Ende Juli ab weilte der Dichter zur Erholung in demSeebade Knxhaven. Es war das erstemal, daß er das Meer sah,aber es hat damals noch nicht den überwältigenden Eindruckauf ihn gemacht wie bei späteren Besuchen. Der Binnenländermußte sich erst au die Großartigkeit des Anblicks gewöhnen, unddie erregte See schreckte ihn zunächst mehr, als daß sie ihn be-geisterte. Er hat auch einen Sturm mitgemacht, selbstverständlichwie jeder, der zum erstenmal auf dem Wasser fährt, den schwerstenSturm, den der Kapitän je erlebt hat. Die Seebäder taten ihmwohl, die Kopfschmerzen ließen nach, doch wurde seine Erholungdurch einen neuen Zwist mit dem Onkel, der unter den damaligenUmständen doppelt peinlich war, gestört. Er hatte dem Neffen für