Liebe zu Therese
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oder geistreichen Regungen einer Künstlerseele. Die Widmung des„Lyrischen Intermezzo" machte auf ihn gar keinen Eindruck, beiden Witzen des Neffen, wenn sie nicht zu fein waren, amüsierte ersich vortrefflich, aber er dachte nicht daran, sie mit seinem sauerverdienten Gelde zu bezahlen.
Unter diesen wenig erfreulichen Umständen sah der DichterHamburg wieder, die „schöne Wiege seiner Leiden". Vier Jahrewaren Verstössen, seit er mit einer unglücklichen Liebe iin Herzen,aber doch als hoffnungsvoller Student den Ort verlassen hatte,seit zwei Jahren war die Jngendgeliebte die Gattin eines anderenMannes und saß als Frau Friedlünder auf ihrem Gute in Ost-preußen. Heine brauchte keine Furcht zu hegen, ihr zu begegnen,aber es war für ihn schon ein schwerer Entschluß, die Stadt zubetreten, die ihm „Elysium und Tartarus" zugleich gewesen war.Beim Anblick der vertrauten Stätten brachen die alten Wundenauf. Varnhagen hatte ihu vor dem Besuche gewarnt, und Heinemußte dem verständigen Freunde nachträglich Recht geben, daß estöricht war, sein weiches Herz den Erregungen der HamburgerReise auszusetzen. In dieser wehmutsvollen Gemütsverfassung, indieser unter dem Nachklang der alten Liebe zitternden Stimmungkam er wieder nach Ottensen in das Landhaus des Onkels. Dortherrschte jetzt als junge Königin die einzige noch unvermählte Tochter,Amaliens jüngste Schwester Therese. Sie war 1807 geboren, waralso, als der Dichter Abschied nahm, noch ein Kind und zählteauch jetzt noch keine sechzehn Jahre. Sie glich der Schwester, unddiese Ähnlichkeit mag den Dichter zuerst zu ihr hingezogen haben.Ans dem Interesse wurde Liebe, und bald glühte sein Herz fürdie junge Cousine wie vor vier Jahren für die ältere.
Heine hat über seine Neigungen einen beinahe undurchdringlichenSchleier gebreitet. Seine Liebe zu Amalie erwähnt er ein einziges Malin einer flüchtigen Andeutung in einem Schreiben an Varnhagen^ vonTherese hat er direkt niemals gesprochen und nur, als sie sich miteinem andern verheiratete, schrieb er in dem Glückwunsch an ihrenVater: „Bedingterweise habe ich mich über ihre Vermählung ge-