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VII Abschluß des Studiums
Charlotte statt. Da sie nicht in Lüneburg, sondern in einem beliebtenVergnttgungsort in der Umgebung Hamburgs gefeiert wurde, soist anzunehmen, daß der reiche Onkel die Kosten bestritt. Das Festscheint mehr eine Huldigung für den splendiden Gastgeber als fürdie Neuvermählten gewesen zu sein. Er war in der besten Laune.Der Dichter hatte wohl darauf gerechnet, ihn in der Hochzeit-stimmung für seine Pläne zu gewinnen, zum mindesten sich ihmzu nähern und bessere Beziehungen herzustellen. Aber so leicht wardem geriebenen Geschäftsmann nicht beizukommen. Er war äußersthuldvoll gegen den Neffen, wie immer, wenn es kein Geld kostete,wich aber sowohl damals wie bei einem achttägigen Besuch, denihm Harry Anfang Juli in Hamburg machte, jeder Verpflichtungaus. Er stand gerade vor Antritt einer größeren Reise, seine knappeZeit erlaubte ihm nur, dem Neffen zehn Louisd'or zu einer Bade-reise zu schenken, die Heine bald darauf ausführte. Aber sie kosteteihn den dreifachen Betrag. Er schob die Kargheit des Onkels aufden ungünstigen Einfluß der ihm feindlichen Hamburger und dachtedaran, durch Bekanntschaften, die ihm Varnhagen vermitteln sollte,ein Gegengewicht gegen ihre Partei zu bilden. Er ging dabei vonder Voraussetzung aus, daß der Onkel im Grunde edel, freigebigund ihm wohlgesinnt sei und nur durch fremde Gehässigkeit an-derAusübung seiner Großmut behindert werde. Diese Annahme warinsofern richtig, als die ganze Familie um die Gunst des Millionärsbuhlte. Jeder einzelne strebte danach, so viel als möglich aus ihmherauszuholen, und gönnte dem andern nichts, ohne daß darum einebesondere Gehässigkeit gegen den Dichter bestand. Sie sahen in ihmnur einen unerwünschten Mitesser mehr an der gemeinsamen Futter-krippe. In diesem Wettkampf war den Leuten jedes Mittel rechtund in der Skrupellosigkeit bestand ihre Überlegenheit über ihrenberühmten Verwandten, der mit seiner „abstoßenden Höflichkeit,Ironie und Ehrlichkeit" nicht viel auszurichten vermochte. Ein Irr-tum aber war es, wenn er die Güte Solomons als eine gegebeneund dauernde Größe in Rechnung stellte. Der Geldmann war vonNatur mißtrauisch, kleinlich und ohne Verständnis für die genialen