Druckschrift 
Heinrich Heine
Entstehung
Seite
165
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Charlotte Heine IgH,

kam es zwischen Heine und seinein Schwager Moritz Embden zumBruch. Er wußte, daß sein „Lottchen", die er als „Musik, ganzEbenmaß und Harmonie" gepriesen hatte, sehr launisch war unddaß ihre Launen die Schuld an den ehelichen MißHelligkeiten, viel-leicht sogar zum größeren Teil, trugen. Er mahnte beide Ehegattenzum Frieden und zur gegenseitigen Rücksicht, und die Briefe, dieer bei diesen Gelegenheiten und schon früher zur Verlobung oderzur Geburt des ersten Kindes schrieb, beweisen, daß er den Schwagerdurchaus nicht für den Störenfried hielt, sondern eine hohe Meinungvon seiner Klugheit und seinem Charakter hegte, wenn er auchpolitisch nicht mit ihm übereinstimmte. Doch nach wenigen Jahren,trat ein Umschwung in seiner Ansicht ein. Er bezeugte dem Schwager^wie er selber schrieb, eine wohlverdiente Verachtung, die dieser damitvergalt, daß er den Dichter bei aller Welt verleumdete. Heine ver-zichtete mit schwerem Herzen auf seine Schwester, da die „Unappetit-lichkeit" ihres Mannes eine Fortsetzung des Verkehrs unmöglichmachte. Es ist nicht bekannt, worin diese bestand, es muß auchdamit gerechnet werden, daß die Darstellung des empfindsamen^leicht gekränkten Dichters parteiisch gefärbt ist. Es kommt nichtviel darauf an. Die Sympathien des normalen Hamburger Kauf-manns mußten in einem Konflikt mit Salomon Heine auf feitendes Millionärs, nicht des Poeten sein, und vermutlich war es dieStellung zu dem Onkel, die zur Entfremdung der beiden Schwägerführte. Nach Bildung und Herkommen konnte der Mann seinerSchwester dem Dichter kein verständnisvoller Freund werden, aberals kundiger Berater in praktischen Dingen und als Vermittlerin den endlosen Streitigkeiten der Familie hätte er ihm beistehenkönnen. Einen solchen brauchte der haltlose, gereizte Heine sehr not-wendig, aber nicht einmal dieser bescheidenen Aufgabe hat Moritz.Embden genügt. Die Rolle, die er wie die ganze Familie im Lebenseines berühmten Schwagers spielte, ist rein negativ. Sie haben ihnals Künstler nicht verstanden, als Menschen geschmäht und in derdenkbar kleinlichsten, ja boshaften Weise gehindert.

Einstweilen fand Ende Juni 1823 Embdens Hochzeit mit