Verhältnis zu den Brüdern
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daß er seinem Bruder nicht die Geheimnisse seiner Katze, geschweigedie seinen anvertrauen würde. Gustav hatte die „Impertinenz" ge-habt, Briefe, die für den Dichter bestimmt waren, zu erbrechen.Die Wege der beiden Brüder gingen später weit auseinander. Derjüngere wurde Landwirt, dann unter Ausnutzung des adlig klingen-den mütterlichen Naniens österreichischer Offizier. Heine suchte ihmanfangs zu helfen und die Schwierigkeiten zu überwinden, die einemJuden als Landwirt entgegenstanden. Ob mit Erfolg, ist nicht be-kannt. Aber Gustav war auch imstande, für sich selber zu sorgen,er wußte immer die Konjunktur auszunutzen, und der Aufschwungdes Aktienwesens, der mit dem Bau der Eisenbahnen einsetzte, ver-half dem nachmaligen Baron zu beträchtlichem Vermögen. So oftsich sein Pfad mit dem seines großen Bruders kreuzte, geschah esmeist nicht zum Vorteil, selten zum Vergnügen des letzteren.
Freundlicher gestalteten sich die Beziehungen zu Max. Er ver-stand es, ohne sich darum mit den andern Mitgliedern seiner engernund weitern Verwandtschaft zu überwerfen, mit dem Dichter gutzu stellen. Ja dieser erteilte ihm das Zeugnis, er sei der einzigeaus seiner Familie, der ihn schweigend verstehe. Da das Lob denVorbehalt „in der Familie" trägt, so besagt es nicht viel, aber sicherist, daß Max neben dem zurückhaltenden Onkel Henry der einzigeunter den männlichen Angehörigen des Dichters war, über den ernie Klage geführt hat. Sein Aufenthalt in Rußland entrückte ihn baldden Familienstreitigkeiten, und wenn er vorübergehend nach Deutsch-land kam, war er zu vorsichtig, um Partei zu ergreifen. Im Grundewar Max nicht besser als Gustav, und nach dem Tod des Dichtershat weder der eine noch der andere sein Andenken in Ehren ge-halten. Beiden kam es nur darauf an, alles zu unterdrücken undzu beseitigen, was der Hamburger Millionärsfamilie unangenehmwar, mochte dabei auch der Nachruhm ihres im Leben und im Todevielgeschmähten Bruders leiden. Einstweilen saß aber Max noch inPrima und übte eine ziemlich unreife Kritik au den Liedern desDichters. Es zeugt von der Gutmütigkeit Heines, daß er sich dievorlauten Ratschläge des Jüngeren gefallen ließ, ja sogar in den
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