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Heinrich Heine
Entstehung
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Die Tendenz

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sehen erregen würde, aber ohne zu gefallen und ohne Zustimmungzu finden. Von der Trefflichkeit desRatcliff" dagegen war er über-zeugt. Er glaubte an ihn, wie nur ein Künstler an sein Werkglauben kann. Er widmete es dem Freunde Christiani mit denstolzen Zeilen:

Ich und mein Name werden untergehn,

doch dieses Lied muß ewiglich bestchn.

Und an Jmmermann schrieb er:Ich bin von dem Wertedieses Gedichtes überzeugt, denn es ist wahr, oder ich selbst bineine Lüge; alles andre, was ich geschrieben, mag untergehen undwird untergehen." Auf jeden Fall meinte er, daß seine beidenTragödien besser als die begleitende Gedichtsammlung seien, diekeinen Schuß Pulver wert ist". Es war eine schwere Verblendungeines großen Dichters und eine harte Enttäuschung, daß seinRatcliff" weder damals noch später, als sein Freund Laube Direktordes Wiener Burgtheaters geworden war, aufgeführt wurde. Nurin Italien wurde er lange nach dem Tod des Verfassers auf dieBretter gebracht und ein italienischer Komponist, Mascagni, hat ihnauch als Oper verarbeitet. Aber weder in der einen noch in derandern Form ist dem verfehlten Werk ein Erfolg beschieden gewesen.

Das Versagen der beiden Tragödien legt uns die Frage vor,die sich der junge Heine selbst beimAlmansor" vorlegte, ob erkein dramatisches Talent habe? Er hat in den nächsten Jahrennochmals eine Tragödie entworfen, die, nach seinen dürftigen An-gaben zu urteilen, in Venedig spielte und noch immer von derSchicksalsidee beherrscht war. Aber keine Zeile ist davon nieder-geschrieben worden. Er trug sich auch mit dem Plan einesFaust",einer Ilias xost Homsrum, aber auch er ist über die allerdürftigstenAnsätze nicht hinausgelangt. Ein Lustspiel soll er zwar in Parisvollendet, aber da es nicht zur Aufführung angenommen wurde,selbst verbrannt haben. Die Angabe klingt wenig glaubhaft; soweitwir wissen, ist überhaupt kein größeres Werk Heines fertig geworden,und selbst derRabbi von Bacharach" blieb Fragment. Fehlte esihm an Gestaltungskraft und poetischen Fähigkeiten? Die Frage