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VI. Die Tragödien
Du sprachest aus Zuleima jenes Wort,das Welten schafft und Welten hält zusammen;du sprachest aus das große Wörtlein: „Liebe!"
Schon will er, seinen alten Glauben verschwörend, sich ganz dieserReligion der Liebe hingeben, schon ruft er aus:
Dein Himmel nur, Znleimas Himmel nursei auch Almansors Himmel, und dein Gottsei auch Almansors Gott, Znleimas Kreuzsei auch Almansors Hort, dein Christus seiAlmansors Heiland auch, und beten will ichin jener Kirche, wo Zuleima betet —
da tönen in der Ferne Glockengeläute und Kirchengesang, und aufAlmansors erschreckte Frage erklärt ihm Zuleima:
Hörst du, Almansor, was die Glocken murmeln?
Sie murmeln dumpf: „Zuleima wird vermählt heutmit einem Mann, der nicht Almansor heißt."
Die Religion der Liebe verwandelt sich plötzlich in eine Religionder unnatürlichsten Entsagung, Zuleima hält sich gebunden durchihr vor dem Priester abgelegtes Versprechen, den ungeliebten DonEnrique zu heiraten, und Almansors Geist bricht zusammen unterder Qual einer so grausamen Enttäuschung — Wahnsinn umnachtetsein Hirn. Von ergreifender lyrischer Schönheit (?) ist der Monologdes wahnwitzigen Almansor, der müd und gebrochen im Waldeumherwankt, und den endlich Hassan dadurch aus seinen Selbst-mordsgedanken weckt, daß er ihm die Aussicht erschließt, Zuleimaam Hochzeitstage zu rauben. Nach blutigem Kampfe trägt Almansordie Geliebte von dannen, die sich bei ihrem Erwachen in den Himmelversetzt glaubt und sich nicht genug verwundern kann, auch Almansordort zu finden, der nach dem Ausspruch ihres Beichtvaters zurewigen Hölle verdammt sei. Hier,
— in dem Himmel
bedarf es der Vcrstcllungskünste nicht,und frei darf ich gestehn: Ich liebe dich,ich liebe dich, ich liebe dich, Almansor!
Aber schon tönt das Waffengeklirr der Verfolger zu ihnen aus derFelsschlucht empor: