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Heinrich Heine
Entstehung
Seite
134
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VI. Die Tragödien

und wanden sich nm meine Brust wie Schlangen,und zwängten ein die Brust, und stachen mich,als läge auf mir das Gebirge Kaff,und Simurgh's Schnabel Picke mir ins Herz.

Und in dem Hause scholl, wie'n Totenlied,das heisre Singen wunderlicher Männermit strengen Mienen und mit kahlen Häuptern,umwallt von blum'gen Kleidern und der feineGesang der weiß- und rotgeröckten Knaben,die oft dazwischen klingelten mit Schellenund.blanke Weihrauchfässer dampfend schwangen.

Und tausend Lichter gössen ihren Schimmerauf all das Goldgefunkel und Geglitzer,und überall, wohin mein Auge sah,aus jeder Nische blickte mir entgegendasselbe Bild, das hier ich wiedersehe.

Doch überall sah schmerzenbleich und traurigdes Mannes Antlitz, den dies Bildnis darstellt.

Hier schlug man ihn mit harten Geißelhieben,dort sank er nieder unter Kreuzeslast,hie spie man ihm verachtungsvoll ins Antlitz,dort krönte man mit Dornen seine Schläfe,hier schlug man ihn ans Kreuz, mit scharfem Speerdurchstieß man seine Seite Blut, Blut, Blutentquoll jedwedem Bild. Ich schaute garein traurig Weib, die hielt auf ihrem Schoßdes Martermannes abgezehrten Leichnam,ganz gelb und nackt, von schwarzem Blut umronnenda hört' ich eine gellend scharfe Stimme:

Dies ist sein Blut", und wie ich hinsah, schaut' ich(schauernd)

den Maün, der eben einen Becher austrank.

Aber traumhaft süß weiß ihn Zuleima-Clara in das Christentumals in einHaus der Liebe" hineinzusingen, das ernster und besserals die heitere Pracht der alten Heidentempel und als die Werkel-tagsbequemlichkeit der dumpfen Betstunde des Moslems sei:

In diesem Hause werden Kinder mündig,und Münd'ge werden da zu Kindern wieder,in diesem Hause werden Arme reich,