Almansor
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pompösen Ritternamen bei ihrem vermeintlichen Vater eingeführthat. Schon an der Pforte des Hauses begrüßt den Fremdling inGestalt des Dieners Pedrillo ein possenhaftes Beispiel des Rene-gatentums. Almansor wird aus dem festlich erhellten Schlosse indas Wirtshaus gewiesen, denn
— was die alte Gastlichkeit betrifft,
so ist das eine jener Heidensitten,
wovon dies christlich fromme Haus gesäubert.
Auch die alten Namen sind christlich umgetauft; der „gute Aly",wie er ehemals genannt wurde, heißt jetzt Don Gonzalvo, Zuleimaheißt Donna Clara, selbst der Dienerschaft sind die Namen biblischerHeiligen beigelegt; der alte Glaube ist ausgezogen,
die alte Liebe
hat man mit Hohn zur Tür hinausgestoßen,und laut verlacht ihr leises Todeswimmern.
Verändert sind die Namen und die Menschen;was ehmals Liebe hieß, heißt jetzo Haß.
Almansor wartet, bis die Gäste sich entfernt haben, und singt dannvor Zuleimas Fenster ein altes, ihr wohlbekanntes Lied. Zuleimaerscheint auf dem Balkon und erkennt an der Stimme den tot-gesagten Geliebten, welcher ihr die Scheidegrüße der in der Fremdegestorbenen Mutter bringt. Der plötzlich dazwischentretende Hassanfordert sie auf, mit Almansor nach Afrika zu entfliehen. Am Morgenüberrascht letzterer Zuleima im Garten, und beide führen ein mystischtiefsinniges Zwiegespräch, in welchem das Christentum den unheim-lich grellsten Kontrast zu der bilder- und farbenreichen ReligionMuhameds bildet. Almansor erinnert sich beim Anblick eines Christus-bildes des Tages, wo er bei seiner Rückkehr nach Spanien zuersteine christliche Kirche betrat:
Schon an der Pforte goß sich mir entgegenein dunkler Strom gewalt'ger Orgeltöne,die hoch aufrauschten und wie schwarzer Sudim glühnden Zauberkessel qualmig quollen.
Und wie mit langen Armen zogen michdie Riesentöne in das Haus hinein,