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V. Erste Dichtungen
mag sich in solchen Spaßen ergehen, hier sind sie einfach albern.Und nicht besser steht es mit dem Schlußgedicht. Es wirkt grotesk,wenn der Dichter die Größe und Schwere seiner Liebe in pseudo-volksliederhafter Weise dadurch anschaulich macht, daß er zu ihremBegräbnis einen Sarg wie das Heidelberger Faß, eine Bahre wiedie Mainzer Brücke und zwölf Riesen braucht. Hier sehen wir dieGrenzen, die Heines Lyrik gezogen waren.
Die Aufnahme des „Intermezzo" war nicht so, wie man nachder Anerkennung der ersten Gedichte hätte erwarten sollen. DemPublikum wurde die Erkenntnis seines Wertes durch die Stellungzwischen den beiden Tragödien erschwert; aber auch die Kritik be-fand sich in Verlegenheit. Man fühlte wohl, daß hier etwas Un-gewöhnliches geboten wurde, eine Poesie, die sich schwer mit denbisherigen Maßstäben und kritischen Schlagworten abtun ließ, aberwie immer erregte das Neue bei den kleinen Geistern des litera-rischen Tageshandwerkes zunächst nur Unbehagen. In dem Tadeldes Dichters kommt nur der Rezensenten eigene Unzulänglichkeitzum Ausdruck, ihre Unfähigkeit, sich dem Neuen anzupassen undeine notwendige literarische Entwicklung zu begreifen. Selbst derFreund Varnhagen ermahnte den Verfasser, das „ethische Bewußt-sein über sein Talent und glückliches Genie walten" zu lassen, umnicht auf den „Abweg des Willkürlichen und Abstrusen" zu ge-raten. Im „Freimütigen" wurde ihm vorgeworfen, daß er das„Heiligste im Menschen verletze" und zur Erhärtung seiner An-klage verwies dieser geistvolle Literat auf das humorvolle Gedicht-chen, das Heine gerade damals in einer westdeutschen Zeitschriftveröffentlicht hatte und später in die „Heimkehr" als Nr.66 aufnahm:Mir träumt': ich bin der liebe Gott,und sitz' im Himmel droben,und Englein sitzen um mich her,die meine Verse loben.
Und Kuchen ess' ich und Konfektfür manchen lieben Gulden,und Kardinal trink' ich dabei,und habe keine Schulden.