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Heinrich Heine
Entstehung
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129
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Aufnahme der Kritik

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Doch Langeweile plagt mich sehr,ich wollt', ich war' auf Erden,und war' ich nicht der liebe Gott,ich könnt des Teufels werden.

Am schärfsten ging der brave Willibald Alexis mit Heine insGericht. Auch er erhob den Vorwurf der Irreligiosität und fügteden der Jmmoral und des Zynismus dazu, aber ihm dämmertedoch die Idee auf, daß in den getadelten Gedichten eine neue re-alistische Weltanschauung zur Poesie geworden sei. Er erkannte,daß dieser letzte Romantiker trotz Mondenglanz und Nachtigallen-sang nicht mehr ausschließlich auf dem Boden der Romantik stand,und er rühmte ihm nach, daß er weder schmachtende noch tändelndeLiebesgedichte schreibe und die Geliebte nicht mit allen Wundernund Wunderwerken der Schöpfung vergleiche. Alexis verkennt aber,daß der Verzicht auf die hergebrachte Schönmalerei dazu führenmußte, einWesen von Fleisch und Bein", wie er selber sagt, zuschildern. Statt dessen empfiehlt er dem Dichter, mehr Rücksichtauf die Seele zu nehmen. Er billigte also in einem Atem dieOriginalität Heines, mahnte ihn aber zugleich, nur nicht zu originellzu sein, damit ihn die guten Leute und schlechten Rezensenten be-greifen könnten. Solche Kritiken konnten dem Dichter wenig nützen.

Ein Exemplar derTragödien nebst einem lyrischen Inter-mezzo" sandte der Verfasser den literarischen Größen, die er ammeisten schätzte, Goethe, Uhland, Tieck und Wilhelm Müller. DieWidmung an Goethe ist sehr kurz, wohl in Verstimmung, daß derAltmeister auf die ihm gleichfalls zugesandtenJungen Leiden"nicht geantwortet hatte. In dem Schreiben an Uhland betont HeinedieÄhnlichkeit der Gesinnung sowohl im Leben als in der Kunst"und Tieck wird als großer Kenner des englischen Geistes gepriesen.Keiner von den dreien hat, soviel wir wissen, geantwortet. Denschweren Schlag für sein Selbstgefühl hat Heine nie verwunden.Manches bittere Wort über die drei Dichter wäre wohl ungesagtgeblieben, wenn sie sich freundlicher zu ihm gestellt hätten. DieNichtanerkennung hat viel dazu beigetragen, ihn in die Opposition

Wolff, Heine 9