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Heinrich Heine
Entstehung
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127
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Volkstümlichkeit

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Bürgerstandes gedichtet, er hat dessen Gefühlswelt zur Poesie er-hoben, er hat die Lyrik demokratisiert. Insofern war er ein Neuererund Revolutionär. Darum ist auch die Geliebte des „Intermezzo"kein ätherisches Wesen, nicht mehr das weibliche Ideal in un-befleckter Reinheit, sondern sie ist eine moderne Frau mit allenihren Fehlern und Schwächen. Wenn sie den Liebenden nicht er-hört, so geschieht das nicht wie in alter Zeit aus unnahbarerKeuschheit und Sittenstrenge, sondern ans Laune. Sie will vonihm nichts wissen und er muß sich in schönen Versen mit dieserLaune abfinden, die beide Teile unglücklich macht. Das „Inter-mezzo" führt den Realismus in die Lyrik ein.

Das Streben nach der sangbaren Form auf der einen undnach der realistischen Darstellung auf der anderen Seite, das sinddie beiden Tendenzen der Heineschen Poesie. Ein großer Dichtervermochte es wohl, diese beiden nicht gerade feindseligen, aber dochauseinandergehenden Strömungen zu vereinen und dadurch etwasganz Neues- und nie wieder Erreichtes zu schaffen, aber völligüberbrücken ließ sich der Bruch nicht. Er zeigt sich schon bei Heineschon in dem „Intermezzo", also gleich beim ersten Auftreten derneuen Lyrik. Der Realismus drängt zur Prosa und Prosa sindtrotz der Reime vereinzelte von Heines neuen Gedichten. Es magnoch angehen, wenn er von der Geliebten berichtet, sie habe

mit zärtlichen Armen umschlungenals Bränt'gam den dümmsten der dummen Jungen,

obgleich auch hier beinahe nur noch der Reim daran gemahnt, daßwir uns im Bereich der Dichtung befinden. Aber völlige Prosaund nicht einmal gute Prosa ist es, wenn der Dichter stammelt:

Das Menschenvolk mich ennuyieret,sogar der Freund, der sonst passabel; —das kömmt, weil man Madame titulieretmein süßes Liebchen, so süß und aimabel.

In einer realistischen Welt kann man aber nicht Wünsche aus-sprechen wie in Nr. 34, daß man der Schemel, das Nadelkissenoder die Papillote der Geliebten sein möchte. Das sog. Volkslied