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Heinrich Heine
Entstehung
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Die Natur

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und Nixen, in das Land der reinen Kunst. Die Herrlichkeit derNatur liegt vor ihm aufgeschlagen, und er liebt „die Rose, dieLilie, die Taube, die Sonne". Das tun alle Romantiker, sie tragenNachtigallensang, Mondenschein, Lilien nnd Rosen stets gebrauchs-fertig bei sich, aber im „Lyrischen Intermezzo" handelt es sich nochnicht um einen romantischen Apparat, nicht um eine Dekoration,die der Verfasser nach Bedarf aufzieht, sondern er lebt noch in derNatur, er sieht ihre Reize zum ersten Male, er fühlt sie noch, erberauscht sich noch an ihnen, und darum berauscht er auch den Leser.Seine Seele taucht in die Kelche der Lilien, die Sterne sprechen zuihm aus der Höhe, das Marienbild im Dome gleicht der Geliebten,die Veilchen kichern und kosen, und die Gazellen selbst kommen herbeinnd lauschen ihm. Er liebt, und durch die Liebe erkennt er das großeGeheimnis der Schöpfung, den Zusammenhang des Weltalls, dieLiebe. Die Beseelung der Natur durch die Liebe hat Heine mit un-erreichter Meisterschaft dargestellt, er schaltet sich selbst völlig aus,und seine eigene Stimmung kommt nur als Sprache der Blumen„der Pflanzen und Sterne zum Ausdruck, so in Nr. 10.

Die Lotosblume ängstigtsich vor der Sonne Pracht,und mit gesenktem Haupteerwartet sie träumend die Nacht.

Der Mond, der ist ihr Buhle,er weckt sie mit seinem Licht,nnd ihm entschleiert sie freundlichihr frommes Blumengesicht.

Sie blüht nnd glüht und leuchtet,und starret stumm in die Höh';sie duftet nnd weinet nnd zittertvor Liebe und Liebesweh.

Der letzte Vers fällt gegen die beiden ersten ab. Er ist zu wort-reich für die stumme Sprache der Natur. In dem Dunkel der Nachtist jeder Laut störend, wir wollen nicht hören, wir wollen nurahnen. Heine Hütte es bei der Andeutung lassen sollen, wie er es-in seinen besten Gedichten tut: