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V. Erste Dichtungen
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Das „Lyrische Intermezzo" stellt gegen die „Jungen Leiden"einen ungeheuren, in der Kürze der Zeit kaum begreiflichen Fort-schritt dar. Man kann auch nicht sagen, alles, was sich dort an-kündigte, sei zur Entfaltung gekommen, denn eine solche Fülle derEmpfindung, eine solche Vielseitigkeit und einen solchen Reichtumder Stimmung hätte man nach der monotonen Beschränktheit derersten Gedichte niemals erwarten können. Verschwunden ist der knaben-hafte Trotz, der sich in selbst zurückzog und Poesie nur in demSchauerlichen, dem Weltentrückten, am liebsten nur in dem Traumefand. Auch in dem „Intermezzo" wird noch geträumt, es sind dieGedichte 5, 52, 55, 56, 60, die noch in alter Weise als Traumbildereingeführt werden. Aber sie gehören zu den schwächsten der Samm-lung. Der Dichter weiß das selber und er hat in Nummer 52den sentimental angelegten Traum durch einen offenbar später hinzu-gefügten Schlußvers ins Lächerliche gezogen:
O Liebchen mit den Äuglein klar!
O Liebchen schön und bissig!
Das Schwören in der Ordnung war,das Beißen war überflüssig.
Heine will sich von der eintönigen Sentimentalität freimachen. DerVerfasser der „Jungen Leiden" saß in einem düstern Zimmer undschimpfte und haderte mit einer ihm fremden Welt. In dem „Inter-mezzo" tritt er heraus aus seinem „Poetenstüblein". Er ist nichtmehr „trübselig und stumm", hat keine „hohlen, schneeweißen Wangen"mehr, sondern die Poesie durchglüht ihn mit ihrer Liebesmacht.Das ist der Sinn des Prologs, der ursprünglich eine Einlage des„Almansor" bildete:
Der Ritter umschlingt sie mit Liebesmacht,der Hölzerne steht jetzt in Feuer,der Blasse errötet, der Träumer erwacht,der Blöde wird freier und freier.
Sie aber, sie hat ihn gar schalkhaft geneckt,sie hat ihm ganz leise den Kopf bedecktmit dem weißen, demantenen Schleier.
Der Dichter ist erwacht. Er tritt hinaus in den Palast der Elfen
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