Lyrisches Intermezzo
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der Nachlese zugewiesen sind. Die Sammlung wurde dem OnkelSalomon gewidmet, vermutlich um dem schlecht zahlenden Gönnerdie wachsende Bedeutung des „dummen Jungen, der schreibenmußte, weil er nichts Ordentliches gelernt hatte", vor Augen zurücken, nicht weil der Dichter gerade bei ihm ein besonderes Ver-ständnis voraussetzte.
Das „Intermezzo" soll eine einheitliche Dichtung bilden. Dieeinzelnen Lieder tragen keine Überschriften, sondern nur fortlaufendeNummern, so daß sie schon dadurch als Teile eines Ganzen ge-kennzeichnet sind. Es enthält die Geschichte einer Liebe, sie beginnt:Im wunderschönen Monat Mai,als alle Knospen sprangen,da ist in meinem Herzendie Liebe aufgegangen.
Im wunderschönen Monat Mai,als alle Vögel sangen,da Hab' ich ihr gestandenmein Sehnen und Verlangen
und sie schließt am Ende des Jahres mit einem Gedicht, das beider ersten Sonderpublikation im „Gesellschafter" die Überschrift„Sylvester-Abend" trug:
Die alten, bösen Lieder,die Träume schlimm und arg,die laßt uns jetzt begraben,holt einen großen Sarg.
Das „Intermezzo" enthält also die Geschichte einer unglücklichenLiebe, und die Frage taucht auf, ist es die des Dichters zuseiner Cousine Amalie? Die Biographen pflegen die Frage zubejahen, ja sie sehen einen besonderen Ruhm des Verfassersdarin, daß er sein eigenes Erlebnis dargestellt habe. Dagegen be-tonen die Feinde des Dichters, daß seine Neigung gar nicht sogroß, auf jeden Fall nicht das Unglück seines Lebens war, daßalso der Schmerz und damit das den Liedern zugrunde liegendeGefühl nur anempfunden sei. Die eine wie die andere Ansicht ver-kennt das Wesen der Dichtung. Heine selbst schrieb damals unter
Wolff, Heine 8