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Heinrich Heine
Entstehung
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V. Erste Dichtungen

lettische Wendungen, die bei der Umsetzung in die moderne Schrift-sprache als Eigentümlichkeiten ins Ohr fielen. Diese Äußerlichkeitenahmte man mit besonderem Eifer nach. Wenn manMagedein"statt.Mädchen,Kuniginne" statt Königin,han" statt haben schrieb,glaubte man dem dichtenden Volksgeist um einige Zoll näher ge-kommen zn sein. Der junge Heine macht keine Ausnahme. Aucher gefällt sich in diesen Altertümlichkeiten. Er läßt mit Vorliebeden Artikel oder das Pronomen aus, stellt das Eigenschaftsworthinter das Substantivum, schreibtlieb' Bruder" undfeins Lieb-chen" und hältwunnevoll" oderkunnte" für poetischer als die ge-bräuchliche Form. Das sind Geschmacklosigkeiten, aber sie sind we-niger auf Rechnung des Anfängers zu setzen als auf Einflüsse, denener sich nicht entziehen konnte.

Das Gesamturteil über die ersten Versuche des jungen Dichterskann nur günstig lauten. Ein starkes Talent kündigt sich an, jahat in einzelnen Gedichten schon die Meisterschaft erreicht. Dementsprach auch die Aufnahme, die das Bändchen bei seinem ersten Er-scheinen fand. Soweit die Kritik dazu Stellung nahm, war sie an-erkennend. Allgemein wurde die Originalität der Empfindung undder Sprache gelobt, die der Verfasser dank seinem verständnisvollenEingehen auf das Volkslied erreicht habe, auch diegeheime Ver-wandtschaft" mit Byron wurde mehrfach festgestellt, aber auch dar-auf hingewiesen, daß trotz der Gleichheit der geistigen Physiognomie,trotz der gemeinsamen ^Unschönheit" und dem gemeinsamenHoch-mut und Höllenschmerz" der deutsche Dichter noch sehr entferntvon dereiskalten britischen Persiflage" sei. In dem angesehenenGesellschafter" ergriff Varnhagen das Wort. Freilich ist sein Lobnicht hoch anzuschlagen, denn da er in einem Blatt des MaurerschenVerlages und über das Werk eines Freundes schrieb, so war erdoppelt durch Rücksicht auf den Verleger und den Verfasser ge-bunden. Merkwürdig ist, daß er dieTraumbilder" am höchstenzu schätzen scheint. ImRheinisch-Westphälischen Anzeiger" betonteJmmermann die Stärke des eigenen Erlebnisses, das in den Versendes jungen Dichters zum Ausdruck komme und suchte seinen Pessi-