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Heinrich Heine
Entstehung
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V. Erste Dichtungen

Ich lache ob den abgeschmackten Lasten,die mich anglotzen mit den Bocksgesichtern;ich lache ob den Füchsen, die so nüchternund hämisch mich beschnüffeln und begaffen.

Ich lache ob den hochgelahrten Affen,die sich aufblähn zu stolzen Geistesrichtern;ich lache ob den feigen Bösewichtcrn,die mich bcdrohn mit giftgetränkten Waffen.

Denn wenn des Glückes hübsche Siebensachenuns von des Schicksals Händen sind zerbrochen,und so zu unfern Füßen hingeschmissen;

und wenn das Herz im Leibe ist zerrissen,zerrissen, und zerschnitten, und zerstochen, —dann bleibt uns doch das schöne gelle Lachen.

Die pessimistische Stimmung fehlt und inußte fehlen bei einemDichter, dem, wie es in den beiden nächsten Sonetten heißt, noch„wunderfeine Märchen" im Hirn spuken und in wehmutreicherAbendstunde längst verschollene Lieder erklingen. Ein solcher kanngefühlvoll klagen, aber Zynismen gelingen ihm nicht. Die Formdes Sonetts dagegen behandelt er glänzend; in dieser Beziehungwar Schlegel ein trefflicher Lehrmeister, nur machen die Reime desjungen Dichters, besonders in den Qnattrinen häufig den Eindruck desGesuchten. In den Sonetten I, III, VII und VIII war es gewiß nichtleicht, die vier erforderlichen seltnen Reime zu finden. Sie fallen sostark ins Ohr und erregen den Verdacht, daß nicht die Empfindung desVerfassers, sondern die Reimworte den Inhalt des Gedichtes be-stimmen. Auch die Traumbilder, Lieder und Romanzen beweisenschon eine beträchtliche Meisterschaft der Sprache. Die Verse sind,abgesehen von einigen öden Reimereien, wohllautend, flüssig und aus-drucksvoll, freilich noch reichlich durchsetzt von fremden Klängen.Doch das war bei so viel Unfertigem und Entlehntem im Gehaltkaum zu vermeiden. Der Einfluß von Bürger und Hoffmann machtsich stark bemerkbar, einzelne Anklänge an Goethe und sehr zahlreichean Uhland sind vorhanden, besonders in den „Minnesängern", die sichwie ein Gedicht des Schwaben lesen. Selbst Schiller geht nicht