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Heinrich Heine
Entstehung
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V. Erste Dichtungen

einem Geschlecht sprachen, das nichts von ihrer Kunst wissen wollte,das die Poesie, wie es Heine damals ausdrückte, im besten Falle alsschöne Nebensache" betrachtete, als einen Luxus, nicht mehr alseine Notwendigkeit, Sie fühlten sich als Genies, die verständnis-losen Philistern, als Idealisten, die den Realisten des Tages etwasvorsangen. Aus diesem Zwiespalt sind Heines erste Poesien er-wachsen. Er hat ihn am klarsten in der Romanze auf derPader-borner Heide" (I, 53) dargestellt. Der Dichter hört dort andachtsvolleGlockenklänge, liebliche Tanzmusik, ferne Töne des Waldhorns unddie süßen Stimmen der Engel, er glaubt, fromme Lämmer, ebensofromme Kirchgänger und zuletzt die Geliebte selber zu sehen,feuchteWehmut in den Blicken". Der Realist belehrt ihn, daß nur dieSchweine grunzen, der Sauhirt die Herde heimwärts treibt, daßdie Ochsen in den Stall ziehen und daß statt der Geliebten einaltes Weib vorüberhumpelt. Der Sinn des Gedichtes ist klar, aberder Dichter hält es noch für nötig, die Nutzanwendung zu ziehen,und wirft am Schlüsse die Frage auf:

Nun, mein Freund, so magst du lachenüber des Phantasten Frage!

Wirst du auch zur Täuschung machen,was ich fest im Busen trage?

Die Antwort liegt auf der Hand: im Leben gibt es all dieseschönen Sachen nicht, sie sind nur Poesie und zwischen Poesie undLeben gibt es keine Brücke. Unter diesem Zwiespalt leidet der armePeter in der nach ihm benannten Romanze. Ihm geht es sehr schlecht:

In meiner Brust, da sitzt ein Weh,das will die Brust zersprengen;und wo ich steh', und wo ich geh',will's mich von hinnen drängen.

Seine Liebste nimmt einen andern und tanzt mit ihm/er schautzu, kaut die Nägel und jammert:

Ach! wenn ich nicht gar zu vernünftig war',ich tät' mir was zu leide.

Wäre er ganz unvernünftig, so schösse er sich tot, wäre er ganz