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Heinrich Heine
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Junge Leiden

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Anordnung den barbarischen Geist ihrer Verfasser verriete." Erselbst überließ nichts dem Zufall, er war stets bedacht, seine Werkein der wirkungsvollsten Form herauszubringen, er wußte, daß derleuchtendste Diamant der rechten Fassung bedarf. Darum ist auchdieser junge Dichter, der Clauren, Müllner sowie die FreundeSteinmann und Rousseau noch bewundert, gegen sich selber sehrstreng. Er feilt unermüdlich und er schließt lieber ein Gedicht zuviel als zu wenig von der Veröffentlichung aus.

Die nachgoethesche Lyrik hatte einen schwierigen Stand. Dieklassische Richtung hatte es als Aufgabe der Kunst betrachtet, dasIdeal mit der Wirklichkeit, das Herz mit der Welt zu versöhnen.Man kann zweifeln, ob sie eine endgültige Lösung dieses Lebens-problems gefunden hat und ob die gefundene nicht mehr auf einemVerzicht des Subjektes und auf einer holden Täuschung über dasObjekt beruhte; aber wie dem auch sei, es war Goethe gelungen,die Welt des modernen Menschen poetisch zu durchdringen undseine Empfindungen zur reinsten Poesie zu erheben. Die Lyrik verlorihren Zweck. Die Zwecklosigkeit liegt im Wesen der Kunst, abersie ist nur eine relative. Das Kunstwerk als solches ist immerzwecklos, als Inbegriff der geistigen und seelischen Kräfte einesZeitalters erfüllt es einen Zweck im Gesamtleben der Nation.Dieser Zweck war durch Goethe erreicht. Als die Romantiker seineErbschaft antraten, vermochten sie nur noch zu dichten. Ihre Kunstwar nur noch Kunst und entbehrte des höheren Zweckes. Wennsie sich stolz auf ihren I'art pour 1'uiü-Standpunkt zurück-zogen und damit die Zwecklosigkeit ihrer Dichtung zugaben, somachten sie aus der Not eiue Tugend. Die Kunst wurde dadurchwieder lebensfremd, der Zwiespalt zwischen Herz und Welt wiederaufgerissen, den Goethe geschlossen hatte.

Nach einer Einteilung, die wohl von Dilthey stammt, zerfällt dieGeschichte in religiöse, künstlerische und wissenschaftliche Perioden. Diereligiöse Zeit der deutschen Literatur endet mit Klopstock, die poetischemit Goethe, nach ihm beginnt die wissenschaftliche Periode, und dieseihre zeitliche Stellung gab den Romantikern das Gefühl, daß sie zu