Druckschrift 
Heinrich Heine
Entstehung
Seite
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Freundschaft mit Rahel

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über ihn:Er wurde uns vor mehreren Jahren zugeführt wie soviele und immer zu viele; da er fein und absonderlich ist, verstandich ihn oft und er mich, wo ihn Andere nicht vernahmen: das ge-wann ihn mir und er. nahm mich als Patronin. Ich lobte ihnwie alle gern, und ließ ihm nichts durch, sah ich es vor dem Druck.Doch das geschah kaum; und ich tadelte dann scharf." Damit istdas Verhältnis der beiden richtig gezeichnet. Diegeistreichste Fraudes Universums", wie Heine sie genannt hat, erkannte die großeBegabung des jungen Dichters, aber auch seine Schwächen undsie fühlte sich berufen, seine Erziehung zu übernehmen.Ein großesTalent, welches aber reifen muß, sonst wird es inhaltsleer undhöhlt zur Manier aus", lautete ihr treffendes Urteil. Das an-spruchsvolle Wesen des jungen Dichters wies sie scharf zurück. Soschreibt sie einmal an ihren Gatten über Heine:Er denkt über-haupt, was ihm entschlüpft, was er sagen mag, ist für die Men-schen gut genug." Es findet sich noch manche sehr scharfe Äußerungüber den Dichter in dem Briefwechsel der beiden Varnhagen, undbei dem Charakter der Frau ist anzunehmen, daß sie ihm den Tadelnicht vorenthielt, sondern ihn darauf hinwies,sein einziges Heilbestehe darin, er müsse Wahrheitsboden gewinnen und auf diesemfest begründet sein". Es macht ihm, dem Etteln, Empfindsamen,leicht Gekränkten Ehre, daß er die Mahnungen der klugen Frau er-trug. Er war wohl gelegentlich verletzt, aber nach kurzem Schmollenkehrte er immer wieder zu der grenzenlos verehrten Rahel zurück.Er ahnte, was ihm diese Frau geben konnte. In seinen Briefenspricht er zu ihr nicht wie ein junger Mann zu einer alterndenDame, sondern in der Verzückung eines Liebenden. DieHeimkehr"wurde ihr, obgleich ihr diese öffentliche Huldigung nicht einmalangenehm war, gewidniet, die anderen Dichtungen jener Zeit er-hielt sie stets mit persönlichen Zuschriften von immer steigenderBewunderung. In der einen heißt es:Ich laufe so wild in derWelt Heruni, manchmal kommen Leute, die mich wohl gern zuihrem Eigentum machen möchten, aber das sind immer solche ge-wesen, die mir nicht sonderlich gefielen und solange dergleichen der